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Chinas Fälschern droht der Tod

Chinas Staatsführung geht radikal gegen Fälscher von Lebensmitteln und Medikamenten vor.

Peking - Chinas Staatsführung geht radikal gegen Fälscher von Lebensmitteln und Medikamenten vor. Gestern wurde der frühere Chef der chinesischen Nahrungs- und Arzneimittelaufsicht hingerichtet. Der 63-jährige Zheng Xiaoyu war wegen Bestechlichkeit und Vernachlässigung seiner Pflichten zum Tode verurteilt worden. Er soll gegen Geschenke und Bestechungsgelder durch Pharma-Unternehmen in Höhe von 650 000 Euro nur unzureichend untersuchte Medikamente zugelassen haben.

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Die hohe Strafe solle der Abschreckung dienen und Chinas Verbrauchern demonstrieren, dass die Regierung hart durchgreift, um die Sicherheit von Arznei- und Nahrungsmitteln zu gewährleisten. Der Korruptionsfall gehört zu einer Reihe von Skandalen um gefährliche Stoffe in Nahrungsmitteln, Medikamenten, Tierfutter oder anderen Produkten, die auch weltweit Sorgen über die Sicherheit von Exporten aus China ausgelöst hat. Die Qualitätsaufsicht setzte gestern 14 Unternehmen auf die schwarze Liste und entzog ihnen die Ausfuhrerlaubnis. Zu den beanstandeten Produkten gehörten eingelegte Meeresfrüchte oder Obst. Die Nahrungsmittel sollten nach Japan, Kanada, in die USA und auch nach Europa ausgeführt werden. Einige enthielten unzulässige Mengen Schwefeldioxid oder Bakterien.

US-Behörden machen Tierfutter mit schädlichen Zusatzstoffen aus China für den Tod von Hunden und Katzen verantwortlich. Erst Ende Juni hatten die USA den Import von Fischen und Krabben aus China gestoppt, weil in den zum Verzehr vorgesehenen Tieren offenbar gesundheitsgefährdende Keime entdeckt worden waren.

In Panama wird Medizin, die industrielles Diethylenglykol aus China enthielt, für den Tod von Dutzenden Menschen verantwortlich gemacht. Die Chemikalie wurde zudem in Zahnpasta gefunden - auch in Europa. In Spanien wurden 100 000 Tuben vom Markt genommen. Die Zahnpasta steckte auch in Geschenkwaschbeuteln für Krankenhauspatienten.

In Peking sagte die Sprecherin von Chinas Nahrungs- und Arzneimittelaufsicht, Yan Jiangying: "Als Entwicklungsland hat China spät mit der Aufsicht über Nahrung und Medizin angefangen, sodass diese auf schwachen Füßen steht." Die Situation sei "unbefriedigend" und gebe keinen Anlass zum Optimismus.

Angesichts der weltweiten Furcht vor den Fälschungen hat Chinas Regierung 13 Monate vor den Olympischen Spielen in Peking eine Garantie für "sichere Lebensmittel" abgegeben. Darin heißt es, dass sämtliche Lebensmittel, die in irgendeiner Form mit Olympia zu tun haben werden, von der Produktion bis zum Transport streng überwacht werden. Insgesamt werden für 345 Lebensmittel höhere Standards bei der Verarbeitung eingeführt. dpa

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