11.08.11

Bayern-SPD

Ein zweiter Frühling für Christian Ude

Münchens Oberbürgermeister Christian Ude steht in der Spätphase seines politischen Lebens womöglich vor einem zweiten Frühling - als SPD-Spitzenkandidat gegen Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bei der Landtagswahl 2013.

SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher machte am Dienstag den Weg frei für seine Kandidatur: "Die Bayern-SPD wäre stolz, mit Christian Ude an der Spitze in den Landtagswahlkampf 2013 zu ziehen." Ude kann sich aussuchen, ob er will oder nicht - doch ein Nein würde nach einem solchen Ruf seine Partei brüskieren. Bis zum Herbst soll die Entscheidung stehen.

Für die CSU wäre ein Kandidat Ude vermutlich auch auf Landesebene ein echtes Schreckgespenst. Jahrelang hielt der Städtetagspräsident großen Abstand zu Landes- und Bundes-SPD. Doch auf einmal ist alles anders. "Meiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt", sagt Bayerns populärster Sozialdemokrat plötzlich.

"Ein guter OB kann alles - und Christian Ude ist von den Guten einer der Besten", sagt voller Selbstbewusstsein der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly, der zweite kommunale Star der Sozialdemokraten im Freistaat.

Seit 1992 regiert Ude mit Rekordergebnissen in München. Deswegen war er auch bei vergangenen Landtagswahlen schon als SPD-Spitzenkandidat im Gespräch - er lehnte jedes Mal ab. Doch ein "apodiktisches Nein" habe er dieses Mal nicht ausgesprochen, sagt Ude.

Das apodiktische Nein der vergangenen zwei Jahrzehnte hatte seine Gründe: Zum einen ließ Ude nie einen Zweifel daran, dass München für ihn der Nabel der Welt ist. Ude erweckt seit jeher den Eindruck, als sei der Münchner OB dem jeweiligen Ministerpräsidenten an Rang und Bedeutung weit überlegen. Doch bei der Münchner OB-Wahl 2014 darf Ude aus Altersgründen nicht mehr antreten - für kommunale Wahlbeamte gilt die Altersgrenze 65.

Keine Altersgrenze

Für Ministerpräsidenten gilt keine Altersgrenze. Das trägt nach Einschätzung von Parteifreunden dazu bei, dass Ude die Staatskanzlei attraktiver erscheint als früher. So könnte aus einem Nein dieses Mal ein Ja werden. Einen Umzug könnte Ude fast zu Fuß bewältigen: Die Staatskanzlei liegt weniger als einen Kilometer entfernt vom Münchner Rathaus.

Die SPD rechnet sich erstmals seit Jahrzehnten echte Chancen auf einen Machtwechsel in Bayern aus. Die Sozialdemokraten hoffen, dass ein Dreierbündnis mit Grünen und Freien Wählern die CSU bei der Landtagswahl nach mehr als einem halben Jahrhundert auf die Oppositionsbank verbannen könnte.

Quelle: dpa
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