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Militär

Merkel gegen mehr Truppen in Afghanistan

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihren Überraschungsbesuch bei den deutschen Soldaten in Afghanistan vorzeitig abgebrochen. Wegen schlechten Wetters konnte ihre Delegation gestern nicht wie geplant zum Bundeswehrstützpunkt Feisabad fliegen.

- Merkel trat daher vorzeitig die Rückreise an. Die Forderung, mehr deutsche Soldaten nach Afghanistan zu entsenden, lehnte sie ab.

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Die Kanzlerin hatte am Montag das Feldlager Kundus und das Bundeswehr-Hauptquartier in Masar-i-Scharif besucht. Begleitet wurde die CDU-Chefin von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU). Sie informierte sich über den Militäreinsatz und zivile Hilfsprojekte aus Deutschland. Mehr deutsche Soldaten will sie nicht nach Afghanistan schicken. "Im Augenblick sehe ich nicht, dass wir hier etwas erweitern müssten", sagte sie. Deutschland sei mit dem vernetzten Sicherheitskonzept aus zivilem Aufbau, Polizeiausbildung und Militäreinsatz "sehr gut aufgestellt" und habe sich damit auch in der Nato durchgesetzt.

Merkel war zuletzt im November 2007 in Afghanistan. Im Norden des Landes sind 3800 Bundeswehrsoldaten stationiert. Bis zum Sommer soll die Truppe zur Sicherung der anstehenden Präsidentenwahl auf 4400 aufgestockt werden. Nur 20 Minuten nach Merkels Besuch in Kundus waren am Montagmorgen westlich des Feldlagers zwei Raketen eingeschlagen. Verletzte gab es nicht. Auch gestern wurde das Feldlager wieder mit einer Rakete angegriffen. Das Geschoss schlug gegen 21.00 Uhr (MESZ) außerhalb des Lagers auf.

Zum Ziel des nun siebenjährigen Einsatzes der Bundeswehr sagte Merkel, Deutschland kämpfe dafür, dass sich Afghanistan aus eigener Kraft verteidigen könne, seine Sicherheit selbst gewährleiste und nicht wie früher Terrorismusgefahr von dem Land ausgehe.

Als "nicht hinnehmbar" kritisierte Merkel das geplante Ehegesetz und forderte erneut, es zurückzunehmen. Das Gesetz soll Frauen verpflichten, mindestens alle vier Tage mit ihrem Mann zu schlafen. Den angekündigten Strategiewandel der Nato-Partner gegenüber Afghanistan begrüßte auch Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD). "Für die USA waren alle Anstrengungen dem Militärischen untergeordnet. Das wird sich jetzt ändern", sagte die SPD-Politikerin.

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