Mobile Wegweiser - die neuen Handys
Montag, 2. Juni 2008 00:02 - Von Helge DenkerUnterwegs Musik hören, E-Mails abrufen, Fotos schießen und schnell noch eine Visitenkarte einscannen: Mit den neuesten Handys ist das kein Problem mehr.
Unterwegs Musik hören, E-Mails abrufen, Fotos schießen und schnell noch eine Visitenkarte einscannen: Mit den neuesten Handys ist das kein Problem mehr. Mit immer neuen Funktionen rüsten die Hersteller ihre Modelle aus dem oberen Preissegment aus.
Die ersten mobilen Telefone beherrschen jetzt auch die Navigation mit eingebautem GPS-Empfänger. Solche gut ausgestatteten Handys sind teuer - laut Erhebungen im Internet für diesen Test zwischen 260 und 630 Euro - liegen aber im Trend. Die Nachfrage soll in diesem Jahr um 50 Prozent von 120 Millionen auf 180 Millionen Stück steigen, erwartet die Branche.
Handyfunktionen plus Navigation
"Jedes Gerät unserer N-Serie wird mit eingebauter GPS-Navigation ausgerüstet", sagt Kari Tuutti, Direktor von Nokias Multimedia-Sparte im finnischen Espoo. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres lag Nokia bei den Herstellern mobiler Navigationsgeräte bereits auf Platz drei, hinter den Marktführern TomTom und Garmin.Besonders die Nachfrage nach Smartphones mit GPS-Navigation soll in den nächsten Jahren steigen: 2007 gingen in Europa bereits 18 Millionen solcher Geräte über den Ladentisch, dieses Jahr sollen es nach Branchenschätzungen 22 Millionen sein. Als Smartphones bezeichnet man Handys mit zahlreichen Zusatzfunktionen. Geld verdienen will Nokia vor allem mit der digitalen Routenplanung.
Digitale Karten für mehr als 150 Länder bekommt der Kunde kostenlos, für die nutzerfreundliche Wegweisung mit Computerstimme soll er dafür allerdings etwa 80 Euro im Jahr zahlen. Auch Stadtführer für das Handy will Nokia kostenpflichtig anbieten. Die Finnen arbeiten derzeit an der Verknüpfung der Navigation mit anderen Handy-Funktionen. So soll das N 82 nach einer Software-Aktualisierung Fotos mit den Karten-Koordinaten versehen können, an denen sie aufgenommen wurden. Nutzer können sich dann einen Ort anschauen, an den sie vorher per GPS-Navigation geführt werden.
Mit diesen "Geotags" lassen sich Bilder online auf einer Nokia-Karte anzeigen und für andere zugänglich machen - genau am Standort ihres Entstehens. In wenigen Monaten ist die neue Funktion für das N 82 verfügbar. Das Nokia-Gerät gehört zu vier besonders interessanten Modellen, die wegweisend sind für die kommenden Handy-Generationen.
Nokia N 82
Das jüngste Modell der N-Serie sieht aus wie ein klassisches Handy, lässt sich aber über Nokia-Onlinedienste zusätzlich mit Navigationskarten und digitalen Reiseführern sowie mit MP3-Musik und Spielen aufladen. Wem das zu teuer ist, kann es auch als UKW-Radio nutzen. Wer Wert auf gute Fotos legt, sollte sich das N 82 näher ansehen. Mehr als fünf Megapixel Auflösung kann die Konkurrenz derzeit nicht bieten. Ein Zeiss-Objektiv, Autofokus und Blitz sollen dafür sorgen, dass die Qualität der Bilder besser ist als bei den Schnappschüssen, die Handys bisher liefern.Alle Daten landen beim N 82 im eingebauten Speicher oder besser gleich auf der Zwei-Gigabyte-Speicherkarte, die bei dem N 82 praktischerweise beiliegt. Als Gerät für Geschäftsleute ist das Modell gut geeignet, es stellt Internetseiten gut dar und ruft E-Mails in Echtzeit und ohne Zeitverzögerung ab.
Kontakt zum Internet stellt es entweder über den schnellen Datenfunk HSDPA her oder preisgünstiger über das kabellose Netzwerk WLAN.
Die Bedienung der vielen Funktionen klappt mühelos, auch wenn die Entwickler an einem berührungsempfindlichen Bildschirm gespart haben. Längere Texte sind nur schwer auf dem N 82 zu tippen - Handytastatur und Bildschirm sind dafür zu klein.
HTC TyTN II
Wer unterwegs auf seinem Smartphone auch schreiben will, für den ist das TyTN II vom Anbieter HTC geeignet. Das Gerät kommt im Format eines persönlichen Digital-Assistenten (PDA) und verfügt über eine kleine ausziehbare Tastatur, die dezent beleuchtet ist. Der Bildschirm lässt sich im Querformat so kippen, dass er schräg zur Tastatur steht. Das vereinfacht das Tippen sehr. Das Gerät lässt sich aber auch über den großen, berührungsempfindlichen Bildschirm gut bedienen.Die Stärke des Modells ist die Möglichkeit, mehrere E-Mail-Konten verwalten zu können. Diese sind innerhalb weniger Sekunden angelegt. E-Mails und Internetseiten kommen schnell über den UMTS-Mobilfunk oder über WLAN.
Mit dem Betriebssystem Windows Mobile 6 ist das TyTN II ein echtes Arbeitsgerät mit den von Windows bekannten Menüs und Programmen. Dazu gehört auch eine praktische Software, die Schrift auf abfotografierten Visitenkarten erkennt und sie in das Adressbuch überträgt. Fotos und Videoclips nimmt das HTC-Gerät problemlos auf, ebenso klappen Videogespräche über UMTS. Die mühelose Navigation mit Unterstützung der TomTom-Software ist ein Plus, auch wenn dazu nur ein Gratis-Stadtplan heruntergeladen werden kann. Die digitalen Karten von Westeuropa kosten etwa 115 Euro extra.
Blackberry Curve 8310
Als Alternative für mobiles Arbeiten bietet sich das Blackberry Curve 8310 an. Der Firmenname steht für E-Mail-Empfang auf mobilen Geräten (Push-Email) ohne Zeitverzögerung. Allerdings hat die Konkurrenz aufgeholt, mittlerweile beherrschen fast alle Business-Handys diese Technik. Texte lassen sich wegen der vollständigen Buchstaben-Tastatur erstaunlich schnell tippen, das Display ist ausreichend groß und scharf, um die Schrift gut lesen zu können. Beim Curve fehlt allerdings die Möglichkeit, Daten schnell über UMTS oder WLAN zu übertragen. Die Konkurrenz bietet da deutlich mehr Geschwindigkeit.Auch Videos lassen sich mit dem Blackberry nicht aufnehmen, sondern nur wiedergeben. Mit zwei Megapixeln liegt die Fotoauflösung hinter dem, was andere Hersteller ihren Modellen mit auf den Weg geben. Ebenso wie bei dem Betriebssystem und den Programmen setzt Hersteller Research in Motion (RIM) auch bei der Navigation des Curve auf eine eigene Lösung. Das Modell ist ausgestattet mit Blackberry Maps für standortbasierte Dienste. Die Steuerung über einen Trackball und Funktionstasten klappt sehr gut. Einen Touchscreen vermisst man so nicht.
Samsung SGH-i550
Auch Samsung hat mit dem SGH-i550 ein erstes Navigations-Smartphone im Programm, dessen Software Navigon programmiert hat. Dessen Nutzung ist, ähnlich wie bei Nokia, zunächst kostenlos. Nach einer zweiwöchigen Testphase werden für die Navigation mit Karten von Deutschland, Österreich und der Schweiz 70 Euro fällig. Das komplette Paket West-Europa kostet knapp 100 Euro. Das Smartphone beherrscht schnelles Surfen über HSDPA, kann auf WLAN-Netze aber nicht zugreifen. E-Mails müssen vom Nutzer selbst abgerufen werden, ein automatischer Empfang ist nicht möglich.Seine Stärken hat das Samsung eher bei Multimedia-Funktionen wie Foto, Video und Musik. Auch eine Radio-Funktion ist mit an Bord. Und mit "mobile TV" ist auch Fernsehen auf dem leichten und schlanken Gerät möglich, auch wenn das Display dafür eigentlich etwas klein geraten ist. Wer trotz Navigationssoftware die Orientierung verliert, kann dann aber wenigstens für gute Unterhaltung sorgen.























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