02.03.03

Riesentheater - auch ohne Hund

Gedeon Burkhard (33), Ex-Herrchen von Deutschlands beliebtestem Fernsehhund, geht neue Karrierewege. Der Serienstar aus dem Sat.1-Quotenrenner "Kommissar Rex" spielt zum ersten Mal Theater - in Berlin. Renaissance-Theater-Intendant Horst Filohn, der eine goldene Nase für Publikumserfolge zu haben scheint ("Marlene"), engagierte den Traummann unzähliger Frauen für die deutsche Erstaufführung von Richard Alfieris ' "Sechs Tanzstunden in sechs Wochen".

Premiere des Zwei-Personen-Stücks mit Daniela Ziegler ist am 19. März. Burkhard verkörpert den Tanzlehrer Michael Minetti, musste dafür erst mal die üblichen Standardtänze lernen. Gedeon Burkhard glücklich: "Schon mein Urgroßvater Alexander Moissi stand in Berlin auf der Bühne. Jetzt schließt sich für mich der Kreis." Auch seine Mutter Elisabeth von Molo ist Schauspielerin.

Deren Patentante, die große Elisabeth Bergner, gehörte für den kleinen Gedeon zur Familie. "Als Kind habe ich oft bei ,Liesel' auf dem Sofa ihrer Londoner Wohnung am Eastern Square gesessen", erinnert sich Burkhard, der die meisten seiner Schuljahre auf englischen und amerikanischen Privatschulen verbrachte. "Aus deutschen Schulen bin ich mehrfach rausgeflogen, ich langweilte mich und kam mit den Lehrern nicht zurecht."

Positiver Effekt: Burkhard spricht akzentfrei Englisch. Mit 16 ging er von der High School ab, besuchte stattdessen Ballett- und Musicalschulen, nahm Schauspielunterricht. "Für mich war schon als Kind klar, dass ich Schauspieler werde." Bereits als Zehnjähriger spielte er seine erste große TV-Rolle. Der Durchbruch als erwachsener Darsteller kam 1992 mit Sönke Wortmanns "Kleine Haie" (Bayerischer Filmpreis als bester Darsteller) und ein Jahr später in Katja von Garniers "Abgeschminkt".

Schnell hielt er sich für den Größten, erkannte aber noch rechtzeitig, dass er noch lange nicht im Pantheon der Filmkunst angekommen war. Burkhard ging nach Hollywood, lebte drei Jahre in Los Angeles und backte bescheiden kleine Brötchen. "So gewann ich meine Bodenhaftung zurück."

Ein Glück - denn in Deutschland trat er kurz darauf die Nachfolge von Tobias Moretti bei "Kommissar Rex" an. Die Hauptrolle des Kommissars Alexander Brandtner machte ihn schlagartig bekannt. Doch nach knapp vier Jahren stieg der Serienstar aus. "45 Folgen waren genug. Ich wollte mich darstellerisch weiterentwickeln." Das gelang mit Produktionen wie "Superfire" (in den USA gedreht), "2 Männer, 2 Frauen - 4 Probleme" (ZDF) oder "Zwei Affären und eine Hochzeit" (ZDF).

Der in Wien allein lebende Frauenliebling hofft, dass er in Berlin auch eingefleischte Fernsehzuschauer ins Theater locken kann. "Aber die fragen dann hoffentlich nicht ,und wo ist der Hund?'", witzelt Burkhard. Barbara Jänichen

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