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Tokio Hotel: Hysterie in Frankreich

Der hell beleuchtete Eiffelturm bei Nacht. Gustav aus Magdeburg fotografierte das Wahrzeichen der Stadt Paris für die Internetseite der Band Tokio Hotel.

Bandleader Bill Kaulitz heizt den französischen Fans von Tokio Hotel mit seiner Show ein
Foto: Verwendung nur in Deutschland, Österreich und den Niederlanden, usage in Germany, Austria and the Netherlands only
Bandleader Bill Kaulitz heizt den französischen Fans von Tokio Hotel mit seiner Show ein

Der hell beleuchtete Eiffelturm bei Nacht. Gustav aus Magdeburg fotografierte das Wahrzeichen der Stadt Paris für die Internetseite der Band Tokio Hotel. Die Schnappschüsse sind neben Fotos aus London und Stockholm zu bewundern. Außerdem erfährt man, dass Gustav, der bekanntlich auch Schlagzeuger der Band ist, auf einem Parkplatz in Nancy während der "Zimmer 483"-Tour bereits den 14 Meter langen Tourbus fahren durfte und sich dabei ganz pfiffig anstellte. So soll es zumindest der Busfahrer beurteilt haben.

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Tokio Hotel unterwegs in Frankreich: Gestern Abend stand ein Konzert im Palais Omnisports Paris-Bercy auf dem Tourplan. Dass die Jungs von Tokio Hotel neben ihrer Heimat auch im Nachbarland als sogenannte Superstars durchgehen, ist bekannt. Nun aber scheint sich die Hysterie um die Band in Frankreich in ungeahnte neue Höhen aufzuschwingen (Gustavs Eiffelturm lässt grüßen). Paris sowie die Folgekonzerte in Nantes, Marseille, Montpellier, Toulouse und Bordeaux sind allesamt ausverkauft.

Die Veranstalter der Frankreich-Tournee hätten im Vorverkauf "in zwei Tagen mehr als 100 000 Karten verkauft", sagte Produzent Salomon Hazot der französischen Tageszeitung "Le Parisien". In mehreren französischen Städten hätten Fans zusätzlich Unterschriften gesammelt, um die vier Deutschen dazu zu bewegen, auch dort aufzutreten - dies werde bei der nächsten Tournee im Frühjahr berücksichtigt. Die Plattenfirma Polydor hatte passend zum Schulanfang in Frankreich außerdem die neusten Merchandise-Artikel der Band auf den Markt gebracht, darunter Schulhefte, Ordner und Taschen mit Tokio-Hotel-Motiven. Laut Polydor-Manager Guenael Geay waren "180 000 Stück in zwei Wochen weg".

Hinter der Band steckt eine sauber geschmierte Merchandise-Maschinerie: Von Tokio Hotel gibt es nicht nur Poster, Shirts, Tassen, Lederarmbänder, Kapuzenpullover und Bettwäsche (49,99 Euro), sondern auch DIN-A4-Ordner, Spiralblöcke und Hausaufgabenhefte (3,99 Euro). Artikel, die eben auch in Frankreich auf große Nachfrage stoßen.

Das erste Konzert, das Bandleader Bill Kaulitz selbst besuchte, war eines von Nena. Sein Zwillingsbruder Tom ging zu Samy Deluxe, Schlagzeuger Gustav sah ein Festival mit Joe Cocker, Tina Turner und Rod Stewart. Und Bassist Georg ging zu einem Gig der Ärzte. Was die jungen Wilden von Tokio Hotel inzwischen als die Stars auf der Bühne selbst bei ihren Konzerten im Eiffelturm-Land erleben: BHs, Kondome und Plüschtiere fliegen regelmäßig. Dazu stimmen die Fans Schreie und Sprechchöre an, unter anderem für Bandleader Bill: "Bill, isch wihll ein Kind von dir." Auf Deutsch, versteht sich. Seitdem es Tokio Hotel gibt, ist Deutsch als Fremdsprache in Frankreich wieder en vogue. Im "Parisien" wird denn auch die französische Deutschlehrerin Thérèse Oudet zitiert. Die Band sei "ein Geschenk des Himmels". Deutsch als Fremdsprache sei mit einem Schlag wieder beliebter geworden. Ihre Schüler würden schließlich wissen wollen, worum es in den Liedern von Tokio Hotel geht.

Anja Popovic
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