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Fernsehen

Sat.1 begleitet Sozialfahnder mit der Kamera

Sat.1 schickt ab heute Sozialfahnder auf den Bildschirm. Vier Mal heißt es bei dem Privatsender mittwochs um 21.15 Uhr "Gnadenlos gerecht - Sozialfahnder ermitteln". Vertreter von Arbeitslosenverbänden kritisierten das Format im Vorfeld bereits scharf.

In der neuen Ermittler-Doku sind Helge Hofmeister (49) und Helena Fürst (34), Mitarbeiter des Sozialamtes Kreis Offenbach, laut Sat.1 "mutmaßlichen ,Hartz IV'-Betrügern" auf der Spur und werden dabei von Kameras begleitet. Sie ermitteln "undercover" im In- und Ausland und "kennen alle Tricks". Doch die beiden sehen sich auch "als die Stimme der Ehrlichen: Schließlich ist nicht jeder 'Hartz IV'-Empfänger ein Betrüger", heißt es beim Sender.

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Im TV-Trailer sieht man Fürst und Hofmeister, die, so die Off-Stimme, "Sozialbetrüger jagen", wie sie hinter einem teuren schwarzen Wagen her sind. "Da haben wir ihn ja, unseren lieben Herrn Hilfeempfänger, in seinem dicken, fetten BMW", sagt Sozialfahnderin Fürst, die laut Sender unter anderem "die Betrügereien von ,Mallorca-Karin' und ,Ebay-Hans' aufgedeckt" hat. Den beiden Ermittlern gehe es um Gerechtigkeit.

Für die Vorsitzende des Arbeitslosenverbandes Deutschland, Marion Drögsler, zeigt das neue Format dennoch ein schiefes Bild der Wirklichkeit. Die überwiegende Mehrheit der Betroffenen sei ehrlich, betonte sie gestern. Nun würden Einzelfälle "in die Öffentlichkeit gezerrt" - und das Negative bleibe hängen. Außerdem glaubt sie, dass gestellte Inszenierungen gezeigt würden. Der Sprecher des Erwerbslosen-Forums Deutschland, Martin Behrsing, kritisierte ebenfalls, Sat.1 bilde nicht die Realität ab. Zugleich warnte er, dass "durch solche Sendungen als Nebenwirkung eine Welle der Denunziation einsetzen" könne.

Bereits vor einigen Tagen hatte das Erwerbslosenforum den Sender in einem offenen Brief aufgefordert, die Doku nochmals zu überdenken. Sendersprecherin Kristina Faßler wies die Vorwürfe zurück. So verweist sie darauf, dass noch keiner der Kritiker die Sendung gesehen habe. Es gehe nicht um eine Pauschalverurteilung von "Hartz IV"-Empfängern, betonte sie. Und: Es würden "richtige Fälle" gezeigt und auch die Rechte der Betroffenen geschützt. Nach den vier Folgen steht auf dem Sendeplatz erst einmal Fußball auf dem Programm. Laut Faßler ist jedoch eine Fortsetzung der Sendung geplant.

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