09.10.13

Theater-Kritik

Nach Hause kommen: E.T. besucht das Ballhaus Ost

Mit einem Synthesizer beginnt "E.T. – eine Weltraumoper in drei Akten".

Von Tanja Koch

Alles klingt irgendwie außerirdisch, wie in einem Ufo. Man fragt sich, wann die Darsteller endlich auftauchen und wie. Einen Seiteneingang gibt es im Ballhaus Ost nicht. Auch das Spielen an sich könnte schwierig werden: Der gesamte Raum ist mit Kissen ausgelegt. In den Ecken des Raumes wurden sie zu Bergen gestapelt, auf denen es sich die Zuschauer gemütlich machen können. Die Weltraum-Geräusche münden schließlich in eine melancholische Melodie, gespielt von einer E-Gitarre. Und unter den Kissen vor dem Ensemble rührt sich etwas, eine Hand wird sichtbar und eine männliche Stimme beginnt zu singen. Weiter links zeigt sich blondes Haar zwischen den Kissen und eine weibliche Stimme ertönt. Es sind Elliott und seine Mutter, bekannt aus dem Film E.T.- Der Außerirdische. Die Handlung ist auf das Wichtigste heruntergebrochen, jedoch sehr genau aus dem Film übernommen: Der zehnjährige Elliott findet einen Außerirdischen. "Jetzt trifft er auf das Monster!", singt jemand im Off und Elliott springt durch die Kissen, wälzt sich herum und sieht völlig verstört aus. Elliott versucht seiner Familie von dem Außerirdischen zu berichten, doch niemand glaubt ihm. Das Publikum bekommt ihn leider auch nicht zu Gesicht. Elliott spricht ins Leere, man muss sich den Außerirdischen dazu denken. Elliott spielt E.T. Musik vor. "Hey, habt ihr keine Musik für E.T.?", bittet der Junge das Ensemble. "Es wird Zeit, nach Hause zu telefonieren...," spielt es bald darauf.

Irgendwo zwischen halblustig und nur-noch-seltsam wechselt das Stück, bei dem man nach bereits erstaunlich kurzer Zeit aufgibt, nach Sinn oder Unsinn zu fragen. Wer soweit ist, findet auch Muße für nebensächliche fragen: Elliots großer Bruder Michael kritisiert ihn am Ende, da er an Sachen glaube, die es nicht gibt. Aber andererseits, vielleicht irrt sich auch Michael in seinem Materialismus auch.

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