Bühne Klaus Staeck kritisiert die Absetzung von "Tannhäuser"

Auf die Düsseldorfer Rheinoper wächst der Druck, die wegen brutaler Nazi-Szenen abgesetzte „Tannhäuser“-Inszenierung wieder auf die Bühne zu bringen.

Der Präsident der Akademie der Künste in Berlin, Klaus Staeck, forderte Rheinoper-Intendant Christoph Meyer auf, die umstrittene Inszenierung zu den nächsten Terminen nicht nur konzertant, sondern in ihrer ursprünglichen Form zu zeigen. Keine ästhetische Einschätzung oder inhaltliche Debatte rechtfertige es, die Inszenierung nach nur einer Vorstellung abzusetzen, schrieb Staeck in einem offenen Brief an Meyer und den Regisseur Burkhard C. Kosminski.

"Kunst – gleich welcher Güte! – ist keine Schönwetterangelegenheit!", schrieben Staeck und seine Kollegen. "Ob sie irrt oder im Recht ist, misslungen ist oder brillant, muss diskutiert werden." Sollte die Inszenierung etwa durch eine "bedrängende Bildsprache" das gesundheitliche Wohlbefinden von Zuschauern gefährden, "so kann davor gewarnt werden". Sie ganz zurückzunehmen, sei der falsche Weg. Meyer hatte die Inszenierung mit drastischen Gaskammer- und Erschießungsszenen nach empörten Reaktionen nur vier Tage nach der Premiere abgesetzt.

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