22.01.13

Firmendebakel

Suhrkamp-Saga, nächste Folge: Man mag sich immer noch nicht

Der Streit zwischen den Gesellschaftern des Suhrkamp Verlags geht in eine neue Runde.

Die Familienstiftung von Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz (61 Prozent) wirft dem Miteigentümer Hans Barlach (39 Prozent) nun geschäftsschädigendes Verhalten vor. Der Medienunternehmer habe in einem Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" die finanzielle Situation des Verlags schlechter dargestellt, als sie sei, heißt es in der Mitteilung. "Das ist geschäftsschädigend." Die Verlagsgruppe habe seit 2010 operative Gewinne erzielen können, rechnet die Stiftung vor. Auch im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr 2012 sei der Umsatz "trotz eines sehr angespannten Marktumfelds" nahezu konstant geblieben. Was genau hier dementiert wird, ist allerdings so klar nicht: In dem "Focus"-Bericht hatte lediglich gestanden, dass Suhrkamp zwischen 2005 und 2009 Verluste in Millionenhöhe eingefahren habe. Zu den darauffolgenden Jahren hatte sich Barlach nicht geäußert. Stattdessen stellte er den Suhrkamp-Verlag als "kurzfristig sanierbar" dar. Darüber hinaus wirft die Familienstiftung Barlach vor, sich seit zwei Wochen nicht zu einem neu vorgeschlagenen Vermittler geäußert zu haben. Der Unternehmer, der über seine Medienholding AG Winterthur an Suhrkamp beteiligt ist, hatte die Bereitschaft zur Zusammenarbeit in dem Interview erneut von einer Ablösung von Verlagschefin Unseld-Berkéwicz abhängig gemacht. Barlach sagte, er wolle eine "neue, kompetente Geschäftsführung". Die beiden Gesellschafter reden vorwiegend vor Gericht miteinander, über 20 Gerichtsverfahren gibt es, Hans Barlach beziffert seine monatlichen Anwaltskosten auf 60.000 Euro.

Bislang sind auch Versuche gescheitert, den jeweils anderen Gesellschafter herauszukaufen. Die Unseld-Familienstiftung soll dem Minderheitsgesellschafter mehrfach acht Millionen Euro für seinen Anteil angeboten haben. Dies entspreche einem Gesamtwert für den Verlag in Höhe von rund 20 Millionen Euro. Barlach seinerseits habe großzügige 50 Millionen für die Anteile der Familienstiftung offeriert, wodurch der gesamte Verlag auf 75 Millionen Euro taxiert werde. Reaktion des Verlags: Die Anteile der Familienstiftung "stehen nicht zum Verkauf".

Quelle: BM
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