16.06.07

Mietshaus als Villa

Alfred Geßner war einer der ersten, der große Mietshäuser wie frühsachliche Landhäuser gestaltete.

Alfred Geßner war einer der ersten, der große Mietshäuser wie frühsachliche Landhäuser gestaltete. Aber der Reformarchitekt hatte schnell Nachahmer. Architekt Johann Campsen war einer von ihnen, was die Berliner Denkmalschützer besonders in diesem Bauwerk in der Leonorenstraße (Lankwitz) erkennen. Es finden sich mächtige, geknickte und tief heruntergezogene Dächer, großflächige, glatte und kaum dekorierte Giebelflächen, Loggien und Fachwerkornamente, so dass eine "malerische Gruppierung der Bauteile" entsteht. Zusammen mit einigem verzierenden Fassadenschmuck entstand 1909/10 ein erster städtisch repräsentativer Bau in der Blütezeit der "Gartenstadt Lankwitz". Das Haus beherbergte auch die erste Apotheke des Ortes. Dass 1918 das dritte Obergeschoß ausbrannte, machte dem Bau nichts aus. Auch nicht, dass nach 1945 der Putz erneuert wurde: Dabei fielen einige Dekorationsdetails weg - ganz im Sinne Geßners. Von Johann Campsen ist außer diesem Gebäude nichts Wesentliches für Berlins Architekturgeschichte geblieben.

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