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Chicanos MC Barnim

Rocker wehren sich gegen Verbot

Nach dem Verbot des Chicanos MC Barnim durch das Brandenburger Innenministerium holen die Rocker aus Eberswalde jetzt zum juristischen Gegenschlag aus.

Mit einer Klage beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin Brandenburg wehren sie sich gegen ihre Zwangsauflösung. "Eine entsprechende Anfechtungsklage ist am 7. September fristgerecht eingegangen", bestätigte OVG-Sprecherin Christiane Scheerhorn. Aus Erfahrung könne sie sagen, dass sich das Verfahren "über längere Zeit" hinziehen werde.

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Nach Informationen dieser Zeitung haben sich mehrere Ex-Chicanos-Rocker mit ihren Anwälten zusammengetan, um die Klage einzureichen. Üblicherweise werden von den Verteidigern jetzt die Akten angefordert, um eine "anwaltschaftliche Einsichtnahme" zu erhalten. Aus den Unterlagen lassen sich mögliche Gegenargumente für das Verfahren gewinnen.

Das Potsdamer Innenministerium hatte am 24. August erstmals einen Rockerklub im Land Brandenburg verboten. Die Chicanos MC Barnim sind eine Untergruppe der Bandidos. Die Polizei durchsuchte damals das Vereinsheim der Rocker in Eberswalde und rund 20 Wohnungen im Landkreis Barnim, im Raum Potsdam sowie in Berlin.

Neben mehr als 10 000 Euro Bargeld und Ampullen mit möglicherweise verbotenen Substanzen sind laut Ministerium auch Waffen - Samuraischwerter, Pistolen, Wurfsterne und Schlagringe - sichergestellt worden. Ein Rocker wurde wegen Widerstands gegen die Beamten festgenommen.

Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) verwies darauf, dass es in Brandenburg, auch im Bereich Barnim, eine Zunahme von schwerer Rockerkriminalität gegeben habe. Insbesondere der verbotene Verein Chicanos MC und seine Mitglieder hätten mit einer Reihe von Straftaten von sich reden gemacht.

Auf der Pressekonferenz nach der Verbotsverfügung präsentierte der Innenminister die gefundenen Waffen sowie eine typische Lederweste der Rocker mit den Klubinsignien. Die sogenannte "Kutte" gehörte Robert C. (19), dem Road-Captain (verantwortlich für gemeinsame Ausfahrten) der Chicanos. Der Türsteher ist den Beamten des Landeskriminalamtes im Zusammenhang mit einem Beilangriff auf verfeindete Hells Angels Ende Juni aufgefallen. Robert C. soll beim Hafenfest in Wriezen in die beginnenden Auseinandersetzungen zwischen den beiden Rockergruppen involviert gewesen sein, die in einer wilden Verfolgungsjagd durch Eberswalde und den Axthieben auf die Kontrahenten in Finowfurt endeten.

Zuletzt sind die Bandidos am vergangenen Sonnabend den Behörden aufgefallen: Die Rocker sollen in einem Supermarkt in Hohen Neuendorf (Oberhavel) einem Mann eine Bratpfanne über den Kopf gehauen und ihn mit einem Messer bedroht haben.

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