03.12.08

Stadtplanung

Flughafen Tegel wird vor BBI-Eröffnung erweitert

Der Flughafen Tegel wird drei Jahre vor Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BBI in Schönefeld im Jahr 2011 erweitert. "Ziel ist es, bis dahin keinen Verkehr abweisen zu müssen", sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel gestern. "Insofern ist die Erweiterung Tegels Vorarbeit und eine Investition für und in den BBI."

Von Katrin Schoelkopf

Bereits in der nächsten Woche gehen vor dem Ausbau von Terminal C in Tegel drei von insgesamt fünf neuen Abstellplätzen, die sogenannten Vorfeldflächen, für Flugzeuge größerer Bauart in Betrieb. Die verbleibenden zwei Vorfeldflächen werden zunächst zum Lagern des Baumaterials zum Ausbau des im Mai 2007 eröffneten Terminal C genutzt. Im Februar sollen dort die Bauarbeiten beginnen. Derzeit laufen die Ausschreibungen. Geplant ist eine Verlängerung des Terminals nach Osten um 6000 Quadratmeter und damit um die Hälfte der bestehenden Terminal-Fläche. Die Kosten werden mit acht Millionen Euro beziffert.

Ab Ende August können dann zusätzlich 1,5 Millionen Passagiere abgefertigt werden. Vorrangiges Ziel aber ist es, mit dem ausgebauten Terminal C die Bedingungen für Umsteigeverkehre zu verbessern und damit entsprechenden Verkehr im Vorfeld des BBI zu gewinnen. Das neue Terminal soll Abfertigungsprozesse beschleunigen und optimieren. So soll es für Fluggäste, die in Tegel umsteigen wollen, möglich werden, ohne erneute Pass- und Sicherheitskontrollen Ziele im Bereich für Nicht-Schengen-Mitglieder wie Moskau, Peking, New York oder Bangkok zu erreichen. Air Berlin wird das Terminal C auch weiterhin zum Großteil nutzen. Hinzu aber sollen Hainan-Airlines und voraussichtlich auch Delta und Continental kommen.

Lärmschutz aus Holz

Die fünf neuen Vorfeldflächen liegen östlich von Terminal C und damit nur wenige 100 Meter vom Wohngebiet der Cité Pasteur entfernt. Um die Anwohner vor dem zu erwartenden Bodenlärm der Maschinen zu schützen, errichtete der Flughafen eine bis zu acht Meter hohe Lärmschutzwand aus Holz. Kosten: 700 000 Euro. Nach Angaben von Flughafensprecher Kunkel müssen die Anwohner mit einem Lärmpegel von bis zu 60 Dezibel hinter der Wand rechnen. Schalltechnische Berechnungen der Flughafengesellschaft hätten aber ergeben, dass die Lärmbelastung für den angrenzenden Wohnbereich mit einer Lärmschutzwand selbst nach dem Neubau der Vorfeldflächen geringer ist als bisher.

Für die Planespotter, die sich durch die neue Lärmschutzwand in ihren Hobby, dem Fotografieren und Dokumentieren von verschiedenen Flugzeugmustern, beschnitten sehen, hatte Kunkel gestern einen Trost. "Wir werden in den nächsten Wochen einen Hochstand errichten, von dem aus weiter fotografiert werden kann."

Optimiert wird auch der Aufenthalts-Bereich in Tegel. So wurden bereits bis auf ein Geschäft alle 42 Läden umgebaut und renoviert. Ab nächster Woche wird es auch eine Apotheke am Flughafen geben. Bislang liegt der Anteil des sogenannten Non-Aviation-Geschäfts in Tegel bei 30 Prozent des Flughafen-Umsatzes.

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