31.08.04

Fortuna kehrt zurück

Von Rainer L. Hein

Nach 53 Jahren ist Fortuna, die Symbolfigur des Alten Stadthauses am Molkenmarkt, nach Berlin zurückgekehrt. Die römische Glücksgöttin wurde gestern in luftiger Höhe auf der Kuppel verankert. Ein schwerer Autokran zog die Nachbildung der Kupferfigur nach mehreren Versuchen auf die Höhe von 87 Metern. Am Donnerstag wird die Rückkehr der Fortuna mit einem Festakt gefeiert. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit wird dabei sein, Innensenator Ehrhart Körting (SPD) als Hausherr des Stadthauses und der Mann, der die Rückkehr der Fortuna erst ermöglichte: Kunstmäzen und Unternehmer Peter Dussmann. Er spendete 125 000 Euro, damit eine neue Skulptur gearbeitet werden konnte.

Der Künstler Joost van der Velden modellierte die 3,25 Meter hohe Figur, die von dem Berliner Schmied Bernd-Michael Helmich in Kupfer gearbeitet wurde. Das Original der Fortuna musste 1951 einer Richtantenne weichen, die damals auf dem Gebäude gen Westen installiert wurde. Die Skulptur verschwand spurlos. Damals residierte im Alten Stadthaus der DDR-Ministerrat.

Auch wenn Fortuna wieder auf der Kuppel des Gebäudes steht, ist die Sanierung nicht abgeschlossen. Immer noch fehlen 17 der 19 Turmfiguren. Sie wurden als Pfand von der Firma Steinforum einbehalten. Hintergrund: Im November 2001 begannen die Sanierungsarbeiten an dem Gebäude. Steinforum sollte die Skulpturen des Turms restaurieren, musste dann aber im März 2003 Insolvenz anmelden. Der Insolvenzverwalter verlangte im Zuge des Verfahrens vom Senat eine Abschlagszahlung von 13 000 Euro. Doch dieser zahlte nicht. Die Begründung: Steinforum habe bei der Renovierung des Schlosses Charlottenburg gepfuscht, den Schaden von 50 000 Euro wolle man verrechnen. Das lehnte der Liquidator ab und nahm 17 Statuen unter Verschluss.

So lagern nun Aphrodite, Herkules und Apollon in einem Depot in Alt-Heiligensee. Inzwischen hat der Senat eine Klage auf Herausgabe eingereicht. Nach Auskunft des Sprechers der Finanzverwaltung, Matthias Kolbeck, habe Steinforum einen Vergleichsvorschlag kürzlich abgelehnt. So kann es noch dauern, bis das Alte Stadthaus wieder komplett ist.

Das Gebäude am Molkenmarkt wurde zwischen 1902 und 1911 nach Plänen des damaligen Stadtbaurates Ludwig Hoffmann erbaut. Es diente als Ergänzung des Roten Rathauses. Heute beherbergt das Haus die Senatsverwaltung für Inneres und das Landesdenkmalamt.

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