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Innensenator Körting kritisiert Scientology-Zelt am Dom

Die Aufregung und Empörung über das gelbe Zelt der Scientology Kirche Berlin auf dem Schlossplatz spitzt sich zu. Nachdem zunächst Verantwortliche der evangelischen Kirche und der Domgemeinde ihren Unmut über die genehmigte Informationskampagne der Organisation geäußert hatten, nahmen gestern vor allem Politiker kritisch Stellung.

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Innensenator Ehrhart Körting (SPD) sagte im Abgeordnetenhaus: "Ich habe meine Zweifel, ob die Sondernutzung nicht doch hätte versagt werden können. Ich finde es geschmacklos, dass die Sekte ausgerechnet gegenüber vom Dom für sich wirbt. Eine Stadt muss sich so etwas nicht gefallen lassen."

CDU-Landesgeschäftsführer Matthias Wambach hält es für "höchst gefährlich", dass der Organisation mitten in Berlin ein solches Forum gegeben werde. "Die Scientologen sind keine religiöse Gemeinschaft, sondern ein reines Wirtschaftsunternehmen mit fragwürdigen Tendenzen", sagte er.

Die Junge Union (JU) geht sogar noch weiter und erinnert daran, dass sie bereits häufig Mahnwachen bundesweit aufgestellt habe, um auf die "verfassungsfeindlichen Aktivitäten" von Scientology hinzuweisen. JU-Vorsitzender Tim Peters: "Unter dem Deckmantel einer Religionsgemeinschaft wird Psychoterror gegenüber Mitgliedern ausgeübt." FDP-Landesgeschäftsführer Markus Löning meinte, dass man gegenüber Scientology mehr Gelassenheit und Selbstbewusstsein zeigen müsse. "Dennoch darf man die Gefährlichkeit der Organisation nicht bemänteln." Das Bezirksamt sollte sich fragen, ob die Genehmigung an diesen Ort glücklich sei.

"In Absprache mit anderen Bezirken wurde dieser Platz für sechs Tage genehmigt", sagte dazu Mittes zuständige Stadträtin Dorothee Dubrau (für Grüne). Eigentlich hätten die Scientologen drei Stände für den Bezirk beantragt. "Das wurde abgelehnt. Außerdem wird das Zelt auf dem Schlossplatz täglich kontrolliert."

Scientology-Sprecherin Sabine Weber betonte gestern im Gespräch mit der Berliner Morgenpost, dass ihre Organisation die Gesetze des jeweiligen Landes respektiere. "Aus diesem Grund werden die Scientologen in Berlin auch nicht mehr vom Verfassungsschutz überwacht", stellte sie klar.

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