02.01.04

Sanierung des Stadthauses verzögert sich um Monate

Von Hajo Eckert

Fortuna, die Glücksgöttin, soll dem Alten Stadthaus am Molkenmarkt Glück bringen. Doch die 3,25 Meter große Skulptur kann vorerst nicht auf die Turmkuppel des fast 100 Jahre alten Prachtbaus von Ludwig Hoffmann zurückkehren. Im Sommer hatte Peter Fleischmann, Sprecher der Senatsinnenverwaltung, Dezember 2003 als Termin für die Krönung des 87 Meter hohen Turmes genannt. Zum Jahresende sollte auch das Gerüst abgebaut sein. Doch eine Serie von Pleiten, Pech und Pannen mit Insolvenzen von zwei am Bau beteiligten Firmen verhindert dies.

Jetzt hofft die Senatsbauverwaltung, so Sprecherin Petra Reetz, die Sanierung im April mit dem Aufsetzen der Fortuna feierlich beenden zu können. Aber dazu müssen richterliche Entscheidungen getroffen werden. Denn Aphrodite, Herkules, Apollon und eine Muse - Skulpturen aus der griechischen Mythologie, die auf den Turm gehören, sind weggesperrt. Sie liegen im Steinforum Alt-Heiligensee in einem früheren Straßenbahndepot. Das Steinforum sowie eine Fensterfirma sind die Pleitiers, die im Sommer den Fortgang der Bauarbeiten stoppten.

Petra Reetz: "Das Steinforum wurde zur Herausgabe der Skulpturen aufgefordert, verweigert das aber, weil es von der Stadt noch Geld für Arbeiten am Schloss Charlottenburg erwartet. Da die Arbeiten von der Firma aber nicht in der geforderten Qualität geliefert wurden, gibt es dafür auch nicht das geforderte Geld."

Um die Herausgabe der für den Fortgang der Arbeiten am Turm durch die inzwischen beauftragte Bamberger Naturstein GmbH dringend benötigten Skulpturen zu erreichen, hat die Senatsbauverwaltung ein so genanntes Aufrechnungsersuchen in Gang gesetzt: Alle Bezirke müssen nun prüfen, ob sie mit dem Steinforum und dessen Liquidator Kai Dräger noch Rechnungen zu begleichen haben. Das sei, so Reetz, die Voraussetzung, um auf dem Rechtsweg per einstweiliger Verfügung an die Skulpturen heranzukommen. Herkules, Apollon, Muse und Aphrodite sowie weitere 18 Skulpturen waren vor 100 Jahren aus Würzburger Muschelkalk gefertigt worden. Das Steinforum hatte den Auftrag erhalten, die Figuren abzubauen und zu reparieren.

In der Senatsbauverwaltung bleibt man - noch - ruhig: Im Winter könnten die Skulpturen ohnehin nicht auf Turmkranz und Attika gesetzt werden. Das soll nun im Frühjahr geschehen - wenn die Skulpturen bis dahin "befreit" sind. Peter Dussmann, Unternehmer und Kunstmäzen, sehnt die Vollendung der Steinmetzarbeiten am Turm schon lange ungeduldig herbei. Er hat die 1951 verschwundene Fortuna-Figur - sie wurde abgebaut und wahrscheinlich eingeschmolzen - nach einer 33 Zentimeter großen Miniatur vom Künstler Joost van der Velden in Originalgröße modellieren lassen. In der Berliner Metallbau-Firma Helmich wurde sie in Kupfer gegossen. Dussmann hat dafür 125 000 Euro gespendet und darum gebeten, dass die Fortuna als "letzter Baustein" das Ende der Turmsanierung weithin sichtbar anzeigen soll.

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