Hindus bauen Tempel in der Hasenheide
Dienstag, 10. Juni 2008 05:48 - Von Gabi ZyllaUnter der Regie des Tamilischen Kulturzentrums an der Rollbergstraße soll bis zur Fußballweltmeisterschaft im Sommer 2006 der erste repräsentative Hindutempel Berlins im Volkspark Hasenheide entstehen. Der Bau des Tempels ist auf dem Gelände geplant, auf dem Turnvater Jahn 1811 den ersten Freiluftsportplatz Deutschlands errichtete. Das heißt, daß die dort noch stehende halboffene, historische Holzturnhalle nicht mehr restauriert und statt dessen abgerissen wird. Für die Sanierung der Halle konnten keine Sponsoren gefunden werden. Der Bau des Tempels soll 1,5 bis zwei Millionen Euro kosten.
In Berlin und Umgebung leben derzeit rund 6000 Hindus, etwa 5000 davon sind Tamilen aus Indien und Sri Lanka. Die Idee, in Berlin einen hinduistischen Tempel für Zusammenkünfte und religiöse Feste zu bauen, existiert bereits seit den 80er Jahren. Damals gab es jedoch in Tiergarten nur angemietete Räume. Derzeit existiert ein kleiner Tempel in Kreuzberg an der Urbanstraße. "Jetzt hat der Verein ein konkretes Konzept vorgelegt und wir haben überlegt, wo das realisiert werden kann", so Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD). Das Gelände sei seit Jahren ungenutzt, das Projekt Turnhalle gestorben und so biete sich der verkehrsgünstig gelegene Standort an.
Geplant sind zwei separate Gebäude: ein Tempel und ein Gemeindesaal. Nach Vorstellung des Tamilischen Kulturvereins soll der gesamte Komplex maximal sechs Meter hoch werden. "Eine Ausnahme bildet ein Turm von etwa 19 Metern Höhe über dem Eingang", so Vereinsvorsitzender Vilwanathan Krishnamurthy. Der Tempel wird von einem überdachten Rundgang umgeben, der auch mit dem Gemeindesaal verbunden werden soll. Dort können bei schlechtem Wetter die religiösen Prozessionen stattfinden. Der Gemeindesaal ist als Mehrzwecksaal gedacht und unterteilbar. Er sieht Plätze für 300 Personen vor. "Den Bau wollen wir aus Spenden der hinduistische Gläubigen finanzieren, aus Mitgliedsbeiträgen eines neu zu gründenden Fördervereins und durch Sponsoring", so Krishnamurthy. Das Konzept wird in der kommenden Woche erstmals im Verwaltungsausschuß vorgestellt. Auch Bauamt und Bauausschuß werden das Konzept noch prüfen. "Ich bin optimistisch, daß es auf Zustimmung stößt", so Buschkowsky.























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