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Eckhaus für den Alexanderplatz

Der Alexanderplatz bekommt ein neues Gesicht. Die Lücke am Nordostrand des Platzes soll nun bald geschlossen werden.

Mitte Der Alexanderplatz bekommt ein neues Gesicht. Die Lücke am Nordostrand des Platzes soll nun bald geschlossen werden. Nach mehrjährigem Zaudern kündigte der US-Immobilienriese Hines gestern an, auf dem Baufeld D 4 - einem 5300 Quadratmeter großen Areal gegenüber vom "Haus des Lehrers" - ein sechsgeschossiges Handelshaus errichten zu wollen. Baubeginn soll Anfang 2007, Fertigstellung Frühjahr 2009 sein. Das gleichfalls dort geplante 150 Meter hohe Hochhaus ist zwar weiter in Vorbereitung, wird aber mangels potenter Mieter vorerst nicht realisiert. In den ersten Bauabschnitt (ohne Hochhaus) will die Hines Immobilien GmbH mehr als 80 Millionen Euro investieren.

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Ursprünglich hatte Hines den Baubeginn bereits für Frühjahr 2005 angekündigt. Doch "Gespräche mit einem aussichtsreichen Mieter" seien nichts zum Abschluss gekommen, räumte Karl Franz Wambach, Geschäftsführer der Hines Immobilien GmbH ein. Inzwischen habe man einen neuen Hauptmieter gefunden und vor wenigen Tagen auch vertraglich gebunden. Wer der "Ankermieter" sei, der alle fünf Obergeschosse und damit allein 60 Prozent der 23 000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche des Neubaus übernimmt, wollte Wambach noch nicht sagen. Dem Vernehmen nach soll Hines Gespräche mit dem Düsseldorfer Modehaus Peek & Cloppenburg geführt haben, das im Falle eines Verhandlungserfolgs seine erste Filiale im Ostteil Berlins eröffnen würde. In Düsseldorf hielt man sich gestern auf Nachfrage bedeckt. "Uns liegen keinerlei Informationen dazu vor", hieß es lediglich aus der P&C-Pressestelle. Die Bebauung der freien Nordostecke ist Teil des Senatskonzepts für die Neugestaltung des etwa drei Hektar großen Alexanderplatzes, der sich von einer zugigen Freifläche in einen belebten Ort mit hoher Aufenthaltsqualität verwandeln soll. Das Konzept beruht auf einem 1993 ausgelobten städtebaulichen Wettbewerb, der von Professor Hans Kollhoff gewonnen wurde. Eckpunkte des Konzepts: Die Bebauung aller Platz-Seiten und die Errichtung von zehn jeweils 150 Meter hohen Hochhäusern als "städtebauliche Krone" für Berlin. Das neue Ensemble an der Nordostseite gebe dem Platz Struktur, Geschlossenheit und Größe, würdigte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) das Hines-Vorhaben. Lob gab es auch für die "bewusste Abkehr vom Shopping-Mall-Prinzip". So soll es im Erd- und Untergeschoss kleine Läden und Cafés geben, die alle vom Platz aus erreichbar sind. Dies belebe den Alex und entspreche der Kollhoffschen Idee vom "People's Place".

Laut Junge-Reyer werden auch die öffentlichen Bauvorhaben am Alex zügig vorangetrieben. Im Mai 2007 soll die Tram-Line "Alex II", die hinter dem Berolinahaus endet, fertig sein. Die Pflaster- und Straßenarbeiten am und auf dem Platz sollen im Herbst 2007 beendet sein. Die Kosten von 8,7 Millionen Euro teilen sich die Stadt und die privaten Investoren. Noch 2006 will Hines den Bauantrag für den 30 Meter hohen Neubau beim Bezirksamt Mitte einreichen. Erforderlich ist auch noch eine Änderung des Bebauungsplans. Der alte sieht noch einen Sockelbau vor, auf dem sich das Hochhaus erhebt. Die neue Planung beinhaltet zwei getrennte Baufelder für diese Projekte. Ob das Hochhaus, wie vertraglich vereinbart, bis 2013 entsteht, ließen alle Beteiligte offen. "Wir halten an der Hochhaus-Idee fest", sagt Junge-Reyer. Allerdings müsse das für die Investoren wirtschaftlich zumutbar sein.

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