13.11.08

Tarifkonflikt

"Für die GdP ist der Streik ein Riesenkraftakt gewesen"

Über den Streik und den Tarifabschluss sprach Morgenpost-Redakteurin Tanja Laninger mit dem Verhandlungsführer der Gewerkschaft der Polizei, Eberhard Schönberg.

Berliner Morgenpost:

Herr Schönberg, sechseinhalb Monate dauerte der Arbeitskampf - warum hat die Einigung so lange gedauert?

Eberhard Schönberg:

Es hätte schneller gehen müssen. Aber als wir im Sommer unsere Forderungen gestellt haben, wollte der Senat nicht mitgehen. Es lag am Starrsinn des Senats, der im Juli festgelegt hatte, dass mit den Gewerkschaften nicht verhandelt wird. Das war nicht klug. Das hat sich zum Glück geändert. Vor einer Woche gab es die ersten Signale, am Sonntag kam Bewegung rein, und dann haben wir uns innerhalb eines Tages von einem Sockelbetrag von 57,50 Euro auf 65 Euro gesteigert.

Mit Ihrer GdP, Ver.di, GEW und der IGBAU saßen vier Arbeitnehmervertreter-Organisationen am Tisch. Waren Sie sich untereinander einig?

Wir haben schon unterschiedliche Ansichten, weil wir insgesamt vom Lehrer bis zum Gärtner eine ungeheure Bandbreite an Klientel organisieren. Aber als die Höhe des Sockelbetrags klar war, ging es nur noch um Kleinigkeiten - etwa, wie der Zeitlohn bei den Berliner Forsten mit dem Sockelbetrag verrechnet wird oder welche Verträge wieder in Kraft gesetzt werden müssen. Das kostete noch Mal viel Zeit.

Was haben Sie jetzt unterschrieben?

Zwei verschiedene Papiere. Einmal den dreiseitigen Lohn- und Vergütungsvertrag, der den Sockelbetrag von 65 Euro ab Juni 2009 vorsieht. Dazu kommt die Vereinbarung, dass wir im kommenden Jahr ein neues Tarifrecht im Land Berlin vorbereiten wollen, in dem wir uns an das moderne Tarifrecht der anderen Bundesländer anschließen. Das soll dann ab dem 1. Januar 2010 auch bei uns in Berlin gelten.

Wie teurer war der Arbeitskampf für die GdP?

Wir vertreten 14 000 Mitglieder in Berlin, davon 4000 Tarifbeschäftigte. Wir hatten zeitweise 1600 Mitglieder pro Tag im Streik. Die Gesamtsumme unserer Ausgaben schätze ich auf mehr als fünf Millionen Euro - ein Riesenkraftakt.

Ist Ihre Streikkasse jetzt leer?

Nein. Wir wollten den zügigen Abschluss, weil die wirtschaftliche Entwicklung ins Minus gehen soll, weil es Steuerausfälle geben soll. Und das hätte unsere Verhandlungsposition geschwächt.

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