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Scientology jetzt unbeobachtet

Die umstrittene Scientology-Kirche wird vom Berliner Verfassungsschutz nicht mehr beobachtet. Die Senatsverwaltung für Inneres hat dem Berliner Verwaltungsgericht diese Entscheidung mitgeteilt. Der Sprecher des Nachrichtendienstes, Claus Guggenberger, bestätigte gegenüber der Berliner Morgenpost, dass mit Wirkung vom 14. August dieses Jahres die Beobachtung der Scientology-Organisation eingestellt wurde. Weitere Auskünfte behielt sich der Verfassungsschutz vor.

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Mit dieser Entscheidung hat der Verfassungsschutz der Forderung Scientologys nach einer generellen Einstellung der Beobachtung stattgegeben. Hintergrund dieser Entscheidung ist ein Rechtsstreit vor dem Berliner Verwaltungsgericht zwischen Scientology und dem Land Berlin. Scientology-Sprecher Georg Stoffel: "Im Frühjahr haben wir beim Berliner Verwaltungsgericht Klage gegen die Überwachung eingereicht. Außerdem wollen wir erreichen, dass wir nicht mehr im Verfassungsschutzbericht auftauchen." Bereits die zweite Klage der umstrittenen Organisation gegen die nachrichtendienstliche Überwachung. Im Dezember 2001 hatte das Verwaltungsgericht bereits entschieden, dass Scientology nicht mehr durch V-Leute unterwandert werden dürfe. Der Berliner Beauftragte für Sekten- und Weltanschauungsaufgaben, Thomas Gandow, zeigte sich gestern empört über die Entscheidung der Sicherheitsbehörde: "Ich befürchte, dass Scientology in Deutschland zu einer politischen und wirtschaftlichen Gefahr wird. Erst im Januar dieses Jahres bin ich von einem Scientology-Mitglied auf der Autobahn massiv bedrängt worden. Diese Leute schrecken vor nichts zurück. Tagelang wurde mein Haus von denen observiert. Es kann nicht sein, dass diese Organisation nicht mehr beobachtet wird, obwohl sie selbst andere Menschen beobachtet."

Die Scientology-Organisation gab gestern den Zwischenfall auf der Autobahn zu. Sprecher Georg Stoffel: "Eines unserer Mitglieder sollte tatsächlich ein Foto von Herrn Gandow zusammen mit einem Scientology-Aussteiger machen. Dabei ist er aber übers Ziel hinausgeschossen und hatte wirklich beide auf der Autobahn verfolgt. Diese mit uns nicht abgesprochene Aktion führte für das Mitglied auch zu disziplinarischen Strafen."

Für den Betroffenen Thomas Gandow bleibt die Organisation Scientology dennoch eine Gefahr für die Sicherheit Deutschlands. "Wenn solche Vorfälle in der Folge nicht zu Konsequenzen führen, dann leben wir wie im Wilden Westen, und die Opfer sind das Freiwild", bedauert er.

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