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Der beste Freund des Menschen

Er hat jetzt den MIND2-Chip im Kopf. Damit reicht er intellektuell spielend an C3PO und dessen kleinen Kompagnon R2D2 heran. Wahrscheinlich würden ihn die beiden blechernen "Star Wars"-Gefährten sofort als den Dritten in ihrem Bunde akzeptieren. Er hat diesen Chip, und er kann nun unglaubliche Sachen machen.

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Er kann sehen und hören, fühlen und lernen, tanzen und die ihm recht artgemäßen Befehle "Such!" und "Sitz!" parieren - oder auch nicht, wenn ihm der Sinn danach steht. Das kann er alles (und noch viel mehr). Aber darüber hinaus muß es noch etwas geben, das ihm eigen ist, etwas, das nur schwer in Worte (und einen Chip) zu fassen ist.

So wird zum Beispiel glaubhaft von einer Katze berichtet, die - mental noch reichlich mitgenommen, da sie gerade einen Tierarztbesuch hinter sich gebracht hatte - als erstes seine Nähe gesucht und ihren Kopf zwischen seine Pfoten geschmiegt habe. Es gibt viele solcher Geschichten - und man weiß nicht, ob man darüber lächeln oder sich die Haare raufen soll. Denn mit diesem Aibo an der Seite, hat man das prickelnde, aber zugleich ein wenig beklemmende Gefühl, der Zukunft ein beträchtliches Stück näher zu sein.

Aibo, der Roboterhund von Sony, ist jetzt noch beweglicher, noch intelligenter, vor allem aber: noch lieber geworden. "Liebenswürdigkeit" ist überhaupt eines der Schlüsselworte für die Sony-Leute (die in solchen Fällen gern von "Thema" sprechen). Der ERS-7, mit seiner neuen Software seit November auf dem Markt, soll nicht nur seinen Herrchen Freude machen. Jeder der Vierbeiner ist auch ein Sony-Botschafter, der uns sagen soll: Technik ist gut, denn Technik hilft dem Menschen. Für Sony ist der Aibo aber noch mehr: ein Ausweis der eigenen Stärke und Experimentierfreudigkeit, kurzum: ein Hightech-Kleinstlaboratorium, im harten Kuscheleinsatz an der Familienfront. Einen ersten Eindruck davon gab gestern eine Präsentation bei BMW am Kurfürstendamm.

Der neue Aibo reagiert auf Streicheleinheiten, er merkt sich Stimme und Gesicht seines Besitzers, er kann ihn mit Musik von dessen Lieblings-CD oder aus dem Internet-Radio wecken, er erkennt eine eventuelle Fallhöhe und bleibt dann vorsichtshalber stehen. Er kann sich auch als Wachhund nützlich machen: Durch Geräusche oder Bewegungen aufgeschreckt, fotografiert er eventuelle Störenfriede und überträgt die Bilder auf einen Computer oder aufs Handy. Und wenn einmal der eigene Knopf im Hirn nicht ausreichen sollte, kann er per Wireless-Lan ferngesteuert werden.

Dieser Aibo ist ein kleines Wunder, für Technikbegeisterte, für Einsame. Ja, Sony meint es ernst mit seinem Anspruch, dem Menschen einen Freund zu schenken. Ein Freund für 1999 Euro. Da kann man nicht klagen.

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