Wowereit deutlich vor Pflüger
Dienstag, 10. Juni 2008 07:45 - Von Karsten HintzmannGut sechs Monate vor der Abgeordnetenhauswahl am 17. September nimmt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Spitzenstellung unter den potentiellen Spitzenkandidaten der fünf im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien ein.
Gut sechs Monate vor der Abgeordnetenhauswahl am 17. September nimmt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) die Spitzenstellung unter den potentiellen Spitzenkandidaten der fünf im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien ein. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid, die im Auftrag der Berliner Morgenpost und der Radiosender rs2 und Berliner Rundfunk 91!4 zwischen dem 27. Februar und 1. März unter 1000 wahlberechtigten Berlinern durchgeführt wurde. Der aktuelle Berlin-Trend besagt, daß Wowereit nicht nur der bekannteste Politiker der Stadt (Bekanntheitsgrad 99 Prozent) ist, sondern trotz leichter Verluste gegenüber dem Vormonat unangefochten die Pole-Position in Sachen Beliebtheit inne hat. Wowereit kommt auf der von plus fünf bis minus fünf reichenden Bewertungsskala auf einen Wert von 1,2 Punkten.
CDU-Herausforderer Friedbert Pflüger ist es gelungen, seinen Bekanntheitsgrad um drei Prozentpunkte auf nunmehr 56 Prozent zu verbessern. Obwohl sich Pflüger erst seit knapp zwei Monaten für die Berliner Union engagiert, liegt er schon auf Platz zwei im Bekanntheitsranking der fünf Spitzenkandidaten. Er läßt unter anderem Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei.PDS) hinter sich, der nur jedem zweiten Berliner ein Begriff ist.
Was die Beliebtheit anbelangt, so nimmt Pflüger mit einem Wert von minus 0,2 Punkten gegenwärtig Platz fünf ein. Der vergleichsweise schlechte Wert Pflügers ist vermutlich darauf zurückzuführen, daß er in der Berliner CDU noch nicht alle Herzen gewinnen konnte. Bei CDU-Anhängern kam Pflüger auf einen eher mäßigen Wert von plus 1,6 Punkten. Wowereit dagegen erzielte bei SPD-Wählern einen Wert von plus 2,6 Punkten. Auffällig ist, daß Wowereit und Pflüger im Ostteil der Stadt sehr unterschiedlich ankommen. Während Wowereit mit plus 1,7 Punkten weit über seinem Gesamtwert liegt, erreicht Pflüger zwischen Pankow und Köpenick nur einen Wert von minus 0,3 Punkten.
Könnte man den Regierenden Bürgermeister in Berlin direkt wählen, läge Amtsinhaber Wowereit nach wie vor um Längen vorn. Bei einer Direktwahl würden sich 65 Prozent der Berliner für den SPD-Politiker entscheiden. Pflüger käme auf 26 Prozent. Interessant ist hier erneut der Blick auf das Wahlverhalten der eigenen Anhänger. Wowereit würden 93 Prozent der SPD-Sympathisanten wählen, Pflüger 71 Prozent der CDU-Wähler. Umgekehrt würden immerhin 24 Prozent der CDU-Anhänger Wowereit ihre Stimme bei einer Direktwahl geben. Pflüger dagegen würde im SPD-Lager nur zwei Prozent holen.
Die Kompetenzen der Spitzenpolitiker Wowereit und Pflüger liegen in unterschiedlichen Bereichen. Während die Kompetenzen bei den Themen Wirtschaft und Arbeitslosigkeit nahezu gleich auf beide Politiker verteilt sind, kann CDU-Frontmann Pflüger speziell in den Bereichen Kriminalitätsbekämpfung und Verschuldung Berlins punkten. Bei Wowereit glauben die Wähler dagegen, er sei besonders kompetent in den Bereichen Ausländerintegration, Rolle Berlins als Bundeshauptstadt, Problemkieze, Gesundheitsversorgung und Bildung.
Auffällig ist, daß Friedbert Pflüger im Vergleich zur letzten Unfrage in sechs der neun abgefragten Kompetenzfelder zulegen konnte. Interessant ist ferner, daß der CDU-Politiker in den Bereichen Kriminalitätsbekämpfung und Verschuldung des Landes Berlin bei den SPD-Wählern fast so gute Werte erreicht wie Wowereit. Offensichtlich ausbaufähig ist Pflügers Akzeptanz in den östlichen Bezirken. In acht von neun Kompetenzfeldern beurteilen ihn die Ost-Berliner weitaus kritischer und schlechter als die Wähler im Westteil der Stadt.























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