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Wissenschaftler entrüstet über FU-Personalpolitik

Albert Scharenberg (42) ist "erschüttert über eine Entscheidung der Freien Universität.

Albert Scharenberg (42) ist "erschüttert über eine Entscheidung der Freien Universität." Der promovierte Politologe, Nordamerika-Experte und Redakteur der "Blätter für deutsche und internationale Politik", der seine akademischen Abschlüsse an der FU machte und auch als Lehrbeauftragter an der Freien Universität tätig ist, hatte sich im Mai 2006 um eine von der FU ausgeschriebene Juniorprofessur für Politikwissenschaft Nordamerikas beworben. Bis heute weiß er nicht, wie diese Bewerbung ausging. Inoffiziell hat er jedoch erfahren, dass er abgelehnt wurde. Dabei standen seine Chancen nicht schlecht: Von der Berufungskommission, der neben externen Mitgliedern auch Vertreter des John-F.-Kennedy-Instituts für Nordamerikastudien sowie des Fachbereichs Politik und Sozialwissenschaften der FU angehörten, wurde Scharenberg auf Platz eins der Kandidatenliste gesetzt. Die Liste wurde der Universitätsleitung sodann zur Kenntnis vorgelegt.

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"Danach geschah lange nichts, obwohl die Stelle schnell besetzt werden sollte", erinnert sich ein Mitglied der Berufungskommission. Erst auf Drängen der Kommission habe die Uni-Leitung mitgeteilt, dass Scharenberg für die Stelle zu alt und nicht genügend qualifiziert sei. Stattdessen sei eine Neuausschreibung der Stelle empfohlen worden.

"Das Verfahren ist höchst undemokratisch", so das Mitglied der Kommission. Laut Hochschulrahmengesetz habe die Berufungskommission fachlich zu entscheiden, welcher Bewerber geeignet sei. Man habe deshalb Uni-intern versucht, alle Wege auszuschöpfen, um den Beschluss der Berufungskommission doch noch durchzusetzen. Zumal es sogar noch ältere Juniorprofessoren an der FU gebe. Unter der Hand habe man dann jedoch erfahren, dass Scharenberg vor allem deshalb abgelehnt worden sein soll, weil er im Kuratorium der Rosa-Luxemburg-Stiftung, die der Linkspartei nahe steht, tätig ist.

"Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu Personalangelegenheiten", sagte Goran Krstin, Sprecher der FU. Scharenberg indes sieht seine wissenschaftliche Karriere gefährdet. Er hat deshalb Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD) um Hilfe gebeten. Der habe geantwortet, dass er die FU um Stellungnahme ersucht hat. Scharenbergs Schreiben liege vor, bestätigte ein Sprecher der Wissenschaftsverwaltung.

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