25.01.12

Sicherheit

BVG warnt nach Tunnelbränden vor glimmenden Zigarettenkippen

Nach der jüngsten Brandserie in der U-Bahn haben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) angekündigt, das Rauchverbot in ihren 173 U-Bahnhöfen besser durchzusetzen.

Es soll mehr Kontrollen in den Stationen geben, eine Erhöhung des Bußgelds von 15 Euro bei Verstößen ist derzeit aber nicht geplant, sagte BVG-Sprecher Klaus Wazlak. Im Vorjahr hat es laut BVG insgesamt 1200 Bußgeldverfahren gegen uneinsichtige Raucher gegeben.

Statt auf höhere Strafen setzen die Verkehrsbetriebe stärker auf die Einsicht ihrer Fahrgäste. Sie werden eindringlich aufgefordert, keine Zigarettenkippen oder anderen Müll in die Gleise zu werfen. Von solchen Abfällen gehe gerade in unterirdischen Anlagen eine erhebliche Brandgefahr aus, sagte Wazlak. Eine brennende Zigarette war nach BVG-Erkenntnissen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch der Auslöser des jüngsten Tunnelbrandes am Montag. Wie berichtet, musste kurz nach 11 Uhr der U-Bahnhof Zoologischer Garten teilweise geräumt werden, weil dichter Rauch durch die Station zog. Ursache dafür war ein Schwelbrand an einem hölzernen Übertritt, wie er von BVG-Mitarbeitern zum gefahrlosen Überqueren der Stromschiene genutzt wird. Defekte an den technischen Anlagen oder gar Brandstiftung wurden sowohl von der BVG als auch von der Polizei als Ursache ausgeschlossen. "Bei der Auswertung der Videoaufzeichnungen wurde niemand dabei beobachtet, der etwa in den Tunnel geht", sagte der BVG-Sprecher.

Weil keine technischen Ursachen für den Brand erkennbar waren, hatte die BVG am Montag auch die Kriminalpolizei herbeigerufen. Der Verdacht der Brandstiftung habe sich aber nicht bestätigt.

Die Berliner U-Bahn leidet bereits seit Längerem unter zunehmender Vermüllung. Allein 2011 wurden laut BVG 115 Kubikmeter Abfälle - das entspricht dem Transportvolumen von drei großen Müll-Lkws - aus den Tunneln entsorgt: eine Steigerung um fünf Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. "Eigentlich dürfte in den Tunneln so gut wie gar kein Müll anfallen, denn da hält sich normalerweise keiner auf. Doch er gelangt über die Bahnhöfe oder die Belüftungsschächte dennoch hinein", beklagte Wazlak. Noch problematischer seien aber Fahrgäste, die trotz Verbot auf den Bahnsteigen rauchen und anschließend die oft noch glimmenden Kippen in die Gleise werfen. Durch den Luftsog könnten die Zigarettenkippen bis zu 200 Meter weit getragen werden. Kämen sie dann neben brennbaren Materialien wie Zeitungen oder anderen Papierabfällen zu liegen, könnten rasch gefährliche Schwelbrände entstehen, so der Sprecher.

Quelle: fü
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