Berliner gegen die Schließung von Tempelhof
Mittwoch, 4. Juni 2008 16:44 - Von Katrin Schoelkopf und Gilbert SchomakerFast drei Viertel der Berliner sind gegen die Schließung des Flughafens Tempelhof.
Fast drei Viertel der Berliner sind gegen die Schließung des Flughafens Tempelhof. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap für die Berliner Morgenpost und die RBB-Abendschau hervor. Danach sprechen sich nur 22 Prozent für eine vollständige Schließung des innerstädtischen Flughafens aus. 40 Prozent der Befragten votierten für eine eingeschränkte Öffnung, beispielsweise für Geschäfts- und Ambulanzflieger. 34 Prozent fordern sogar einen weiteren Betrieb von Tempelhof als normaler Flughafen. Für die repräsentative Umfrage befragte Infratest Dimap zwischen dem 2. und 5. Februar 1000 wahlberechtigte Berliner. Alle Zahlen auf Morgenpost.de lesen Sie hier: Berlin-Trend .
Interessant sind auch die Daten zur Parteienpräferenz. Daraus ist abzuleiten, dass es auch bei der SPD-Anhängerschaft viele Befürworter des historischen Flughafens gibt. So sprechen sich 42 Prozent der Wähler der SPD für eine eingeschränkte Nutzung aus, 34 Prozent sind für einen normalen Flugbetrieb, wie es ihn zurzeit noch gibt. Die Verantwortlichen in der SPD, allen voran der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, sehen allerdings den geplanten Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld in Gefahr, sollte Tempelhof nicht geschlossen werden. Darauf verwies gestern auch noch einmal der SPD-Landes- und Fraktionschef Michael Müller, der den CDU-Fraktionsvorsitzenden und Tempelhofbefürworter Friedbert Pflüger angriff: "Solange es noch das geringste Klagerisiko gegen den Großflughafen durch die Offenhaltung von Tempelhof gibt, sollten sich alle an den Konsensbeschluss halten, gerade auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Pflüger. Denn niemand sollte BBI gefährden", sagte Müller. Der Konsensbeschluss des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg sieht eine Schließung der beiden innerstädtischen Flughäfen Tegel und Tempelhof zugunsten von BBI vor. Pflüger hingegen plädiert für die Offenhaltung von Tempelhof. Denn die US-Investoren Fred Langhammer und Ronald Lauder wollen dort für 350 Millionen Euro ein Gesundheitszentrum mit Flughafen für den Geschäftsreiseflug aufbauen. Der Senat aber will den Flughafen schließen und die dort noch angesiedelten Geschäftsreiseflugunternehmen in den schlecht angebundenen Süden Schönefelds verlagern.























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