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Berliner gegen die Schließung von Tempelhof

Fast drei Viertel der Berliner sind gegen die Schließung des Flughafens Tempelhof.

Fast drei Viertel der Berliner sind gegen die Schließung des Flughafens Tempelhof. Das geht aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest Dimap für die Berliner Morgenpost und die RBB-Abendschau hervor. Danach sprechen sich nur 22 Prozent für eine vollständige Schließung des innerstädtischen Flughafens aus. 40 Prozent der Befragten votierten für eine eingeschränkte Öffnung, beispielsweise für Geschäfts- und Ambulanzflieger. 34 Prozent fordern sogar einen weiteren Betrieb von Tempelhof als normaler Flughafen. Für die repräsentative Umfrage befragte Infratest Dimap zwischen dem 2. und 5. Februar 1000 wahlberechtigte Berliner. Alle Zahlen auf Morgenpost.de lesen Sie hier: Berlin-Trend .

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Interessant sind auch die Daten zur Parteienpräferenz. Daraus ist abzuleiten, dass es auch bei der SPD-Anhängerschaft viele Befürworter des historischen Flughafens gibt. So sprechen sich 42 Prozent der Wähler der SPD für eine eingeschränkte Nutzung aus, 34 Prozent sind für einen normalen Flugbetrieb, wie es ihn zurzeit noch gibt. Die Verantwortlichen in der SPD, allen voran der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, sehen allerdings den geplanten Großflughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld in Gefahr, sollte Tempelhof nicht geschlossen werden. Darauf verwies gestern auch noch einmal der SPD-Landes- und Fraktionschef Michael Müller, der den CDU-Fraktionsvorsitzenden und Tempelhofbefürworter Friedbert Pflüger angriff: "Solange es noch das geringste Klagerisiko gegen den Großflughafen durch die Offenhaltung von Tempelhof gibt, sollten sich alle an den Konsensbeschluss halten, gerade auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Pflüger. Denn niemand sollte BBI gefährden", sagte Müller. Der Konsensbeschluss des Bundes und der Länder Berlin und Brandenburg sieht eine Schließung der beiden innerstädtischen Flughäfen Tegel und Tempelhof zugunsten von BBI vor. Pflüger hingegen plädiert für die Offenhaltung von Tempelhof. Denn die US-Investoren Fred Langhammer und Ronald Lauder wollen dort für 350 Millionen Euro ein Gesundheitszentrum mit Flughafen für den Geschäftsreiseflug aufbauen. Der Senat aber will den Flughafen schließen und die dort noch angesiedelten Geschäftsreiseflugunternehmen in den schlecht angebundenen Süden Schönefelds verlagern.

Helikopter-Shuttle von Schönefeld aus

Unterdessen wurde gestern eine neue Möglichkeit vorgestellt, wie Geschäftsleute künftig von Schönefeld schnell zur Messe kommen. Ein Gemeinschaftsprojekt der Fluggesellschaft Germanwings und Air Service Berlin richtet nun einen Helikopter-Shuttle ein. Das Unternehmen wird von der Flughafengesellschaft, der Messe Berlin GmbH und dem Senat unterstützt. Der Hubschrauber startet zum ersten Mal am 7. März zur Internationalen Tourismusbörse (ITB). "Wir bieten unseren Kunden, die zu 40 Prozent aus Geschäftsleuten bestehen, eine schnelle Verbindung von Schönefeld zum Messegelände am Funkturm an", sagte gestern Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann. Bei dem Verkehrschaos, das bei Messen rund um das Gelände herrsche, sei dies ein innovatives Angebot. "Das sind optimale Bedingungen für gute Geschäfte", sagte Wolfgang Wagner, Sprecher der Messe Berlin. Flughafenchef Rainer Schwarz nannte den neuen Service ein gutes Angebot, mit dem Berlin sich im Wettbewerb der Metropolen gut absetzen könne. Wirtschaftsstaatssekretär Volkmar Strauch (SPD) sagte: "Berlin wird dadurch schneller, der Messestandort gestärkt." Pflüger begrüßte das neue Angebot, das Berlin schneller für Geschäftsleute machen soll. "Ich frage mich aber, wieso diese Argumente hier gelten und bei Tempelhof genau das Gegenteil geschieht."

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