Wenn sich Teile aus der Fassade lösen
Mittwoch, 4. Juni 2008 16:38 - Von Thomas FüllingIn Berlin ist es in der Vergangenheit wiederholt zu gefährlichen Zwischenfällen mit herabstürzenden Fassadenteilen gekommen.
In Berlin ist es in der Vergangenheit wiederholt zu gefährlichen Zwischenfällen mit herabstürzenden Fassadenteilen gekommen. Auffallend: Es waren - wie im Fall des Hauptbahnhofs - oft Neubauten aus Glas und Stahl, von denen sich plötzlich Elemente aus deren äußerer Verkleidung lösten.
Das bekannteste Bespiel dafür sind die 1996 eröffneten Galéries Lafayette. Aus der imposanten Glasfassade des vom französischen Star-Architekten Jean Nouvel entworfenen Gebäudes an der Friedrichstraße 76-78 fielen zwischen 1997 und 1999 mehrfach Glasfenster heraus. Die Scheiben mit einem Gewicht zwischen 135 und 2000 Kilogramm zersplitterten dabei und fielen direkt auf den Gehsteig.
Schaden in Millionenhöhe
Nur durch ein Wunder hatte es bei keiner der insgesamt sechs Havarien Verletzte oder gar Tote gegeben. Zeitweilig musste das Nobelkaufhaus aus Sicherheitsgründen komplett geschlossen werden. In der Konsequenz ließ der Eigentümer des Gebäudes, die Euro Projektentwicklungsgesellschaft, alle 1800 Glasscheiben der Außenfassade austauschen. Es soll ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sein.Über die Ursache der Scheiben-Abstürze wurde viel spekuliert, eine genaue Aufklärung dazu gab es nicht. So war zunächst von falschen Rahmen die Rede, in denen die Scheiben eingefügt wurden, andere Experten sprachen von möglichen Fremdkörpern im Fensterglas, die für Spannungen im Material gesorgt haben sollen. Bei größeren Temperaturschwankungen soll es dann zum Bruch der Scheiben gekommen sein.
Bahnzentrale bröckelte
Zu weiteren größeren Zwischenfällen war es auch in Charlottenburg und Steglitz gekommen. So fielen im August 2001 drei Fensterscheiben aus den fünften stock eines Hauses am Kurfürstendamm auf die Straße - und verfehlten nur knapp eine Touristengruppe.Im Mai 2005 löste sich in sieben Meter Höhe ein Fassadenteil aus der Fassade von C&A an der Schlossstraße und krachte genau vor den Eingangsbereich des Kaufhauses. Im selben Jahr fielen auch Teile der Fassade des 1980 fertig gestellten Steglitzer Kreisels aus 40 Meter Höhe zu Boden.
Auch die Deutsche Bahn sah sich schon vor dem Desaster am neuen Hauptbahnhof mit solchen Problemen konfrontiert. So lösten sich 2002 und 2005 Glasteile aus der Fassade der 103 Meter hohen Bahn-Zentrale am Potsdamer Platz ab und stürzten auf den Gehweg. Glücklicherweise hatten auch diese Zwischenfälle keine Opfer zur Folge.























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