"Organizing Schöneweide": Wowereit bei Bürgerplattform
Montag, 2. Juni 2008 00:25 - Von Joachim FahrunBei der Bürgerplattform "Organizing Schöneweide" herrscht Ordnung. Wenn die Gruppen aufgerufen werden, halten sie ein Schildchen mit ihrem Namen hoch.
Bei der Bürgerplattform "Organizing Schöneweide" herrscht Ordnung. Wenn die Gruppen aufgerufen werden, halten sie ein Schildchen mit ihrem Namen hoch. Wenn der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) - so wie gestern - zur Information im Berliner Südosten weilt, wird er perfekt abgeschirmt wie ein Staatsgast. Zwei ausgewählte engagierte Bürger führen ein "Fokus-Gespräch" mit dem Stadtoberhaupt. Dann wird kurz vor den anderen Gruppen und der Presse referiert.
Diese Disziplin macht "Organizing Schöneweide" aber auch so erfolgreich. Wowereit würdigte das Engagement der 17 Gruppen und Organisationen, die sich zu der Plattform zusammengeschlossen haben. Andere Bürgerinitiativen engagierten sich häufig gegen etwas oder für ihre Einzelinteressen. Die Schöneweider hingegen für das große Ganze. "Es ist nicht selbstverständlich, dass sich Bürger für die wirtschaftliche Entwicklung ihres Stadtteils engagieren", sagte Wowereit im Saal des ehemaligen DDR-Rundfunkhauses an der Nalepastraße.
Für den Regierenden Bürgermeister ist das über den amerikanischen Professor Leo Penta importierte Modell des "Community Organizing" von besonderem Interesse. Denn er hat es sich zum Ziel gesetzt, Berlin zu einer Modellstadt für den Ausgleich zwischen Arm und Reich und für durchmischte, lebendige Stadtteile zu machen. Neben dem Quartiersmanagement, bei dem vom Senat bezahlte Kiezmanager die Bewohner aktivieren sollen und Projekte organisieren, steht das Schöneweider Modell als Gegenbild. Die Plattform lehnt staatliche Zuschüsse explizit ab. Sie knüpft Netzwerke mit Wirtschaftsunternehmen, einzelnen Bürgern, Kirchengemeinden und Schulen, die mit ihren Beiträgen den professionellen "Organizer" finanzieren. Deswegen ist "Organizing Schöneweide" unabhängig. "Natürlich kann eine solche Organisation unangenehm sein", sagte Wowereit. Aber es sei falsch, wenn Behörden und Politiker die Bürger nicht ernst nähmen und sie als Störer betrachteten. Wowereit: "Politik kann nicht alles alleine machen."
In Schöneweide ließ sich Wowereit von einem Boot auf der Spree aus die Entwicklungen im Stadtteil zeigen, in dem der Strukturwandel mit dem Sterben der Industrie besonders deutlich zu sehen ist. Mit der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft, die im Wintersemester 2009/2010 mit 7000 Studenten hier den Betrieb aufnehmen soll, erwartet die Plattform neue Impulse. So will sie ihr Ziel erreichen: 440 neue Jobs im Stadtteil. Die Zahl hat einen Grund: So viele Menschen waren kürzlich bei einer Hauptversammlung der Bürgerplattform.























Jobs
Immobilien
Reisen
Branchenbuch




















