Höhere Gehälter: Museum macht Minus
Montag, 2. Juni 2008 00:11 - Von Gilbert SchomakerDas Deutsche Technikmuseum hat als eine der ersten Institutionen in Berlin mit höheren Gehältern zu kämpfen.

Das Deutsche Technikmuseum hat als eine der ersten Institutionen in Berlin mit höheren Gehältern zu kämpfen. Laut Wirtschaftsplan für die nächsten zwei Jahre, der der Berliner Morgenpost vorliegt, rechnet das Kreuzberger Museum mit einem Jahresdefizit von 331 000 Euro. Das Minus resultiert nach Angaben der Museumsleitung im Wesentlichen aus der Erhöhung der Gehälter.
"Wir haben eine Tariferhöhung von vier Prozent. Das ist eine beachtliche Summe", sagte die Leiterin der Abteilung Presse und Öffentlichkeitsarbeit, Ulrike Andres. Die Leitung des Technikmuseums habe zudem vorsichtig gerechnet. Man wolle durch eine Verbesserung der Einnahmen und eine Zunahme von Drittmitteln für Ausstellungen das Minus in den nächsten zwei Jahren ausgleichen.
Die Personalausgaben steigen laut Wirtschaftsplan von 7,5 Millionen Euro im Jahr 2006 auf 7,7 Millionen Euro in 2008. Das Jahresdefizit von genau 331 563 Euro speist sich nicht nur aus den Personalkosten. Laut Wirtschaftsplan rechnet das Museum mit sinkenden Zuweisungen durch den Bund und niedrigeren Umsatzerlösen. Lagen die Einnahmen durch den Kartenverkauf 2006 noch bei 1,4 Millionen Euro, erwartet man für 2008 und 2009 nun 1,2 Millionen Euro. Die Museumssprecherin verwies auf einen leichten Besucherrückgang um zwei Prozent im Jahr 2007. Die Ausstellungen zogen dennoch knapp 500 000 Menschen an.
Wie schwierig für die landeseigenen Unternehmen die Bewältigung steigender Personalkosten ist, zeigen auch die Berechnungen des Finanzsenators und der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Müsste der Senat an seine Angestellten, wie von der Gewerkschaft Ver.di gefordert, dreimal 300 Euro zahlen und die Gehälter um 2,9 Prozent aufstocken, würde das den Haushalt nach Angaben der Senatsfinanzverwaltung um etwa 100 Millionen Euro pro Jahr belasten. Hinzu kämen Gehaltserhöhungen für die Beamten.
Auch bei der BVG würden die von Ver.di geforderten acht bis zwölf Prozent mehr für alle 11 500 Beschäftigten eine gewaltige jährliche Mehrbelastung für das Unternehmen bedeuten. Der BVG-Vorstand rechnet in einem solchen Fall mit um 50 Millionen Euro höheren Personalkosten als bisher. Trotz der Probleme für das Verkehrsunternehmen scheint die Streikbereitschaft bei den Beschäftigten unterdessen hoch zu sein. Ver.di erwartet bei der Urabstimmung im Tarifkonflikt mit der BVG nach Angaben ihres Verhandlungsführers Frank Bäsler "ein donnerndes Ergebnis". Bäsler sagte gestern in Berlin, die Beteiligung der noch bis Donnerstag um Mitternacht gehenden Urabstimmung sei schon jetzt "sensationell hoch". Sogar krankgeschriebene Mitarbeiter hätten sich beteiligt. Er rechne mit mehr als 90 Prozent der Stimmen für einen Streik, 75 Prozent wären mindestens nötig. Bis Freitag gegen 13 Uhr soll das Ergebnis feststehen.
Der Arbeitgeber solle dann "ein paar Tage Zeit bekommen". Einen Streik werde es deshalb nicht sofort geben. Rund 8000 bei der BVG beschäftigte Gewerkschaftsmitglieder können an der Urabstimmung teilnehmen. Der Kommunale Arbeitgeberverband hatte eine stufenweise Erhöhung der Löhne bis 2010 um sechs Prozent angeboten. Bei Mitarbeitern mit älteren Verträgen sollte dies allerdings mit einem Zuschlag verrechnet werden. mit dpa























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