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Bio-Brote für das Potsdamer Stadtschloss

Jacqueline hebt den Daumen. "Super" will sie sagen, kann sie aber gerade nicht. Die 22-jährige Besucherin der Grünen Woche kaut genüsslich auf einem ganz besonderem Brot: Am Stand der Bäckerei Fahland in der Brandenburg-Halle 21a gibt es das Potsdamer Stadtschlossbrot mit einer Schloss-Silhouette aus Mehl auf dem 600 Gramm schweren Laib.

Jacqueline hebt den Daumen. "Super" will sie sagen, kann sie aber gerade nicht. Die 22-jährige Besucherin der Grünen Woche kaut genüsslich auf einem ganz besonderem Brot: Am Stand der Bäckerei Fahland in der Brandenburg-Halle 21a gibt es das Potsdamer Stadtschlossbrot mit einer Schloss-Silhouette aus Mehl auf dem 600 Gramm schweren Laib.

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Das Besondere ist nicht nur das Wörtchen Bio vor dem Brotnamen und die Mischung aus 80 Prozent Roggenvollkorn und 20 Prozent Dinkel. Bäckermeister Frank Fahland, der sechs Filialen in Potsdam betreibt, unterstützt mit dem Verkauf des Bio-Brotes auch den Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses. 30 Cent von jedem verkauftem Laib (2,60 Euro) kommen dem Aufbau zugute. Das Pendant zum Brot ist das Potsdamer Stadtschlossbrötchen (27 Cent), von dem vier Cent gespendet werden. Auch das Brötchen darf sich Bio nennen. "Ja", erklärt Verkäuferin Nadine Richter mit Nachdruck, "alle Brote und Brötchen unserer Bäckerei sind Bio-Produkte." Und warum sind sie dann nicht auf dem Bio-Markt zu finden? "Wir wollen zum Land Brandenburg gehören und nicht nur in eine Bio-Ecke gestellt werden", sagt die junge Frau.

Heute wird der 100 000 Besucher erwartet

In der Brandenburg-Halle ist gegen Mittag kein Durchkommen mehr. Im Schneckentempo schieben sich die Besucher an den Ständen vorbei. Allein am gestrigen zweiten Messetag haben 500 Reisebusse mit mehr als 20 000 Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet die Messe angesteuert. Heute Mittag wird der 100 000 Besucher erwartet. Zur 73. Grünen Woche, die noch bis zum 27. Januar geöffnet ist, haben sich 1600 Aussteller aus 52 Ländern in den 26 Messehallen versammelt.

Eine Halle davon gehört dem Bio-Markt. Dort ging es gestern Mittag noch ausgesprochen ruhig und beschaulich zu. Mit einer Fläche von 3000 Quadratmeter und damit doppelt so groß wie im vergangenen Jahr ist in Halle 6.2.a an 44 Ständen alles Bio: Vom Bio-Dialog, über die Bio-Milchbar bis zum Bio-Spitzenkoch. Am Stand des Bundesprogramms Ökologischer Landbau kann das Bio-Shaken erlernt werden: Auf der Karte sind Drinks wie der Bio Exotic Dream mit Mango und Vanille und der Bio Green Day, eine Gurken-Buttermilch-Mischung. Gern wird auch ein Aprés-Bio aus Wein und Käse gereicht.

Gleich am Eingang der Bio-Halle hat Kräuterbauer Paul Stoiber seinen Stand aufgebaut. Auf 5000 Quadratmetern pflegt er im bayrischen Kößlarn seinen Kräutergarten mit Zitronenbohnenkraut, Kümmel-Thymian, Salbei, Minze und vielem mehr. Er hat im Angebot, was wohl jeder Messebesucher braucht: das Durchhaltekraut. "Ysop", so erläutert der Landwirt, "ist das älteste erwähnte Kraut und schon in der Bibel zu finden." Das Gewürz mit einer anregenden Wirkung sei für alles gut: Zum Würzen von Schweinebraten, als Kaffee-Ersatz und auf Baguette und Tomaten. Dazu empfiehlt er die beruhigende Wirkung von seinem Cannabis-Schnaps. Er plaudert, scherzt, gibt Kostproben - allein das Publikum machte sich mittags noch rar.

Beim Bio-Bergkäse aus Österreich ist etwas mehr los. Dort hobelt Anja Kubisch bereitwillig die Kosthäppchen vom Käserad. Die werden dankend und lobend angenommen. Auch am Bio-Eis-Stand aus Templin (Uckermark) geizen die beiden Damen nicht mit Gaumengenüssen, wie Nougateis aus Ziegenmilch und Latte Macchiato aus Wasserbüffelmilch. "Der Renner am ersten Tag war das Hanfeis", sagt Verkäuferin Liane Klatt. Noch hatten die Damen Zeit, auf alle Fragen einzugehen, keiner drängelte vor ihrem Stand. Auch Volker Hanisch, der das Bio-Hotel am Lunik-Park in Hohen-Neuendorf auf der Messe vertritt, stand um die Zeit allein an seinem Stand. Es laufe zögerlich an, sagt der Hotelfachmann. "Bio ist in Deutschland eben noch nicht so stark vertreten", sagt Hanisch. Dabei ist es immer mehr im Kommen: Gab es 2001 nur 1200 Produkte mit dem Biosiegel sind es 2007 immerhin schon 43 000.

Bio zieht sich durch alle Hallen

Auf der Grünen Woche sind Bio-Kreationen und Innovationen nicht nur auf dem Bio-Markt zu finden, sondern überall. Wie die Bäckerei Fahland haben viele Biobauern und -händler ihren Stand in den Hallen ihrer Bundesländer aufgebaut. In denen war es sofort brechend voll. Am Stand "Bio aus Brandenburg" sind nicht nur Bioland und Biobackhaus zu finden, die auch Stände auf dem Bio-Markt haben. Dort steht auch Erika Schmidt vom Obst und Gemüsehof "Teltower Rübchen". Die könnten gern ein bisschen mehr gekauft werden, sagt sie. Aber die Rübchensuppe laufe prima. Für sie ist es kein Thema: Ihr Platz ist in der Brandenburghalle.

Eike Döpelheuer präsentiert sich mit seiner Kroppenstedter Ölmühle am Stand der Biohofgemeinschaft Sachsen-Anhalt. Fünf Mal hätte er bereits auf dem Bio-Markt gestanden, zum Schluss eingezwängt zwischen Haushaltsgeräten. Bei den Sachsen-Anhaltinern fühle er sich viel wohler, sagt er. "Ich möchte kein Exot sein sondern integriert in meine Region", erklärt der Geschäftsführer der Ölmühle. Da gehöre er hin.

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