Polizeiermittlungen
Unbekannter schleudert von Avus-Brücke Stein auf Auto
Dienstag, 30. Juni 2009 03:06 - Von Maren WittgeGenau eine Woche ist es her, als ein noch unbekannter Täter einen Stein von einer Fußgängerbrücke auf die Stadtautobahn geschleudert hat und das Leben von zwei jungen Menschen aufs Spiel setzte. Gestern warf erneut jemand einen Stein von einer Brücke auf die Schnellstraße. Und wieder ist ein Autofahrer in Lebensgefahr geraten.
Es war gegen 13.30 Uhr, als ein 48 Jahre alter Mann mit seinem Audi A6 auf der Avus stadteinwärts in Richtung Messegelände fuhr. In Höhe der Spanischen Alle zuckte er plötzlich nach einem lauten Knall zusammen: Von der Spinnerbrücke in Nikolassee, dem beliebten Ausflugsziel und Treffpunkt von Motorradfahrern, hatte jemand einen Stein geworfen. Frontal traf er die Windschutzscheibe des Audis, durchschlug sie aber nicht, sondern beschädigte sie nur.
Zum Glück reagierte der Mann besonnen und lenkte seinen Wagen ruhig weiter. Er passierte die Abfahrt Hüttenweg, fuhr dann am Messegelände ab und Richtung Kurfürstendamm. Dort erstattete er auf dem Abschnitt 25 Anzeige gegen Unbekannt. "Der Autofahrer hat richtig reagiert", sagte ein Polizeisprecher. "Solange der Wagen nicht zu stark beschädigt ist, sollte man nicht auf der Autobahn auf dem Standstreifen anhalten, sondern erst an der nächsten Anschlussstelle oder auf einen Rastplatz abfahren und von dort die Polizei alarmieren."
Während der Suche nach dem Stein musste der Verkehr stadteinwärts eine Stunde über die Anschlussstelle Spanische Allee abgeleitet und direkt über die Zufahrt wieder auf die Autobahn geleitet werden. Die Polizei fand einen Stein, der als Tatwaffe in Betracht kommt. Er wird derzeit von Kriminaltechnikern auf Spuren untersucht.
Genau wie nach dem Steinwurf am vergangenen Dienstag ermittelt auch im jüngsten Fall eine Mordkommission wegen versuchten Mordes. Vor einer Woche hatte ein Unbekannter einen Pflasterstein von einer Fußgängerbrücke auf die Stadtautobahn in Halensee geworfen und einen Renault Clio getroffen. Das Geschwisterpaar im Wagen hatte großes Glück: Auch die Frontscheibe des Renaults hielt dem Stein stand. Auch in diesem Fall waren lange Staus die Folge des Anschlags, während die Polizei die Autobahn bei der Suche nach dem Stein und der Spurensicherung sperren musste.
Wenn die Täter ermittelt und verurteilt werden, drohen ihnen hohe Haftstrafen. So wie den 20 und 23 Jahre alten Männern, die das Berliner Landgericht im Dezember vergangenen Jahres zu langjährigen Gefängnisstrafen wegen versuchten Mordes verurteilte. Sie hatten an einer langen Eisenkette eine Stahlplatte von einer Brücke über der A10 baumeln lassen. Drei Autos rammten die Platte.























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