25.11.12

Gedenken

3500 Teilnehmer bei Silvio-Meier-Demo

Polizei mit 1700 Beamten im Einsatz. Protest gegen NPD in Rudow

Mit einem Großaufgebot von mehr als 1700 Beamten ist die Polizei am Sonnabend bei mehreren Demonstrationen in Berlin im Einsatz gewesen. Allein 1200 Beamte begleiteten die Silvio-Meier-Demo, deren Teilnehmer am Nachmittag durch Friedrichshain und Lichtenberg zogen. Knapp 550 Beamte waren in Rudow im Einsatz, wo am Mittag etwa 300 Menschen an einer Demonstration gegen einen gleichzeitig stattfindenden Aufmarsch der NPD protestierten. Zeitgleich fand in Johannisthal ein "Kiez-Spaziergang" statt, bei dem rechtsradikale Plakate entfernt wurden. Die Veranstaltungen in Rudow blieben nach Angaben eines Polizeisprechers friedlich. Auch die Silvio-Meier-Demo sei abgesehen von einigen Flaschen- und Farbbeutelwürfen gegen einen Treffpunkt von Rechtsextremisten in Lichtenberg "weitgehend störungsfrei" verlaufen, sagte der Sprecher am Abend.

An der "Rudower Spinne" trafen ab 13 Uhr nach und nach etwa 50 Anhänger der NPD ein. Sie zogen eine Stunde später zu einem brachliegenden Industriegelände an der Köpenicker Straße/Ecke August-Fröhlich-Straße, wo die Errichtung eines Asylbewerberheimes geplant ist. Mehrere linke Gruppen und Verbände, aber auch die Linkspartei und die Grünen hatten zuvor zu Protesten gegen den Aufmarsch der Rechten aufgerufen. Eine Gegendemo stand unter dem Motto "Solidarität mit Flüchtlingen - Zusammen gegen Rassismus", zwei ebenfalls angemeldete Kundgebungen trugen den Titel "Kein Bleiberecht für Nazis". Rechte und linke Demonstranten wurden von der Polizei konsequent getrennt, sodass Übergriffe ausblieben. Die Demorouten und Kundgebungsplätze waren zudem weiträumig abgesperrt.

Am späten Nachmittag zogen dann etwa 3500 Demonstranten von der Samariterstraße durch Friedrichshain in den Lichtenberger Weitlingkiez - in Erinnerung an den Hausbesetzer Silvio Meier, der 1992 am U-Bahnhof Samariterstraße von Rechtsextremisten erstochen worden war. Der Gedenkzug findet seitdem jedes Jahr statt. In der Vergangenheit kam es dabei immer wieder zu Ausschreitungen durch vermummte Angehörige autonomer Gruppen. Oft flogen Steine, Flaschen und Brandsätze. Unter anderem besetzten gewaltbereite Demonstranten Hausdächer und zündeten Pyrotechnik.

Auch in diesem Jahr wurden wieder Feuerwerkskörper gezündet und es gab vereinzelt vorübergehende Festnahmen wegen Verstößen gegen das Vermummungsverbot. Die Polizei war auf mögliche Ausschreitungen eingestellt, insbesondere im Bereich einiger bekannter Treffpunkte der rechten Szene in Lichtenberg, die als neuralgische Punkte entlang der Strecke galten. Hier wurden starke Polizeikräfte postiert.

Quelle: hhn/plet
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