21.01.13

Niedersachsen-Wahl

Was David McAllister in der CDU jetzt werden kann

Niedersachsens CDU-Ministerpräsident David McAllister ist abgewählt. Der populäre Politiker gilt trotzdem als Hoffnungsträger.

Foto: REUTERS

Den Ministerpräsidenten-Posten in Niedersachsen ist er los. Aber David McAllister gilt vielen in der CDU als Hoffnungsträger und tauglich für den Bund.
Den Ministerpräsidenten-Posten in Niedersachsen ist er los. Aber David McAllister gilt vielen in der CDU als Hoffnungsträger und tauglich für den Bund.

Er lächelt, doch so richtig zufrieden kann er nicht sein: Als sich David McAllister am Sonntag um 22.30 Uhr auf der CDU-Wahlparty in Hannover blicken lässt, kann er noch hoffen.

Doch kurz vor Mitternacht steht fest: Auch wenn die CDU stärkste Kraft geworden ist, reicht es nicht für eine Fortsetzung von Schwarz-Gelb.

McAllister, seit 2010 populärer Ministerpräsident in Hannover, muss seinen Platz in der Staatskanzlei räumen.

Doch er will nicht Oppositionsführer im neuen Landtag von Hannover werden. Er gehe davon aus, dass der amtierende CDU-Fraktionsvorsitzende Björn Thümler wiedergewählt werde, sagte McAllister am Montag in Berlin. Er sei bis zum 19. Februar 2013 niedersächischer Ministerpräsident und werde bis zu diesem Zeitpunkt seine Pflicht erfüllen.

Beliebt bei Kanzlerin Angela Merkel

Der 42-Jährige ist nicht nur in Niedersachsen beliebt, sondern auch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der redegewandte Deutsch- Schotte war ihr Hoffnungsträger zu Beginn des Wahljahres. Er habe einen guten Draht zu ihr und tausche sich oft mit ihr aus, sagt der Jurist. "Ich nutze meine Kontakte in Berlin." Politische Gegner nennen ihn daher mitunter spöttisch "Muttis Liebling".

Von einem Sieg bei seiner ersten Landtagswahl als Spitzenkandidat hatte sich die CDU einen Schub zum Start ins Wahljahr 2013 erhofft – und McAllister den Ritterschlag. Hätte der bodenständige McAllister gewonnen, wäre er auch in der Bundes-CDU ein Schwergewicht geworden

Ein Makel stand dann aber schon gleich zu Beginn des Wahlabends fest: Die CDU hat mit McAllister als Parteichef eines der schlechtesten Ergebnisse bei einer Wahl in Niedersachsen erzielt. Zahlreiche Unions-Anhänger haben die taumelnde FDP gewählt – und damit die eigene Partei und ihre Nummer eins wohl entscheidend geschwächt.

Viele in der CDU trauen McAllister eine Karriere im Bund zu

Was macht McAllister jetzt? Holt ihn die Kanzlerin nach Berlin? "Mein Platz ist in Niedersachsen", hatte der 42-Jährige kurz vor Weihnachten verkündet. Trotzdem: Eine Karriere als Bundesminister wird ihm zugetraut, auch als möglicher CDU-Generalsekretär wurde er schon gehandelt.

2010 hatte McAllister als jüngster Regierungschef in Niedersachsen die Macht übernommen. Sein Vater war bei der Rheinarmee in Berlin stationiert, seine Mutter ist Deutsche. Auf die schottischen Wurzeln ist der Vater zweier Mädchen stolz – bei seiner Hochzeit trug er einen traditionellen Kilt. Mit 27 Jahren zog McAllister in den Landtag ein, den Vorsitz der CDU-Fraktion übernahm er dann fünf Jahre später, als Christian Wulff noch Ministerpräsident war.

Quelle: dpa/seg
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