20.01.13

Niedersachsen

"Sahra-Faktor" reicht nicht, Linkspartei scheitert

Die Linkspartei fliegt aus dem Landtag. Die Wagenknecht-Strategie ist nicht aufgegangen. Für den Wiedereinzug in den Landtag hat es nicht gereicht. Für die Bundespartei ist das keine Katastrophe.

Wer dem Untergang geweiht ist, bäumt sich oft noch ein letztes Mal auf. Ein paar Momente lang sieht es dann so aus, als ob sich alles zum Guten wenden könnte.

So war es auch bei der Linken in Niedersachsen. Wochenlang hatte sie in den Umfragen bei drei bis vier Prozent gelegen. Ein Verbleiben im Parlament schien damit ausgeschlossen. Doch dann kam Sahra Wagenknecht. In letzter Minute zog die Vizevorsitzende der Bundestagsfraktion durch die niedersächsische Ebene und füllte die Säle.

Verhandlungsführerin solle sie im Fall von rot-rot-grünen Gesprächen werden und vielleicht sogar auch Ministerin, hieß es als Begründung für die merkwürdige Konstellation, dass da eine als Frontfrau antrat, für die die Wähler gar nicht stimmen konnten.

Trend im Bund ist entscheidend

Die Strategie ist nicht aufgegangen. Für den Wiedereinzug in den Landtag hat es nicht gereicht. Für die Bundespartei ist das keine Katastrophe.

Der Trend im Bund ist für sie entscheidend, und hier kommt die Linke auf über fünf Prozent, seitdem die neue Parteiführung Ruhe in die Reihen gebracht hat. Bevor Wagenknecht sich zur letzten Offensive überreden ließ, hatte man Niedersachsen schon abgeschrieben.

Bitter ist die Niederlage in erster Linie für die niedersächsischen Genossen, in zweiter aber für Wagenknecht. Ein besseres Abschneiden hätte ihre innerparteiliche Macht gestärkt. Sie möchte Co-Fraktionschefin werden – bislang hat es Fraktionschef Gregor Gysi verhindert.

"Sahra-Faktor" trotzdem immer wichtiger

Wenn die Parteiführung heute ein Team von Spitzenkandidaten vorstellt, dann ist das auch Gysi zuzuschreiben. Mit aller Kraft hatte er sich dagegen gewehrt, nur im Duo mit Wagenknecht anzutreten.

Die starke Resonanz auf Wagenknechts Auftritte in Niedersachsen hat jedoch gezeigt: Auch für die Linke im Bund wird der "Sahra-Faktor" immer wichtiger.

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