20.01.13

Niedersachsen

Wahl zum niedersächsischen Landtag startet verhalten

Seit 8 Uhr haben die Wahllokale geöffnet. SPD-Herausforderer Stephan Weil erwartet ein "ganz enges Rennen".

Foto: dpa

SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil nach der Stimmabgabe. Er sei „gespannt wie ein Flitzebogen“, sagte er
SPD-Spitzenkandidat Stephan Weil nach der Stimmabgabe. Er sei "gespannt wie ein Flitzebogen", sagte er

Das Interesse der Bürger an der Landtagswahl in Niedersachsen ist zum Start noch geringer gewesen als bei der Wahl vor fünf Jahren. Zwei Stunden nach Öffnung der Wahllokale hätten erst knapp 5,4 Prozent ihre Stimme abgeben, teilte eine Mitarbeiterin der Landeswahlleitung am Sonntagmorgen in Hannover mit. Vor fünf Jahren hatte die Beteiligung zum selben Zeitpunkt bei rund 5,7 Prozent gelegen.

Stephan Weil, der SPD-Herausforderer des amtierenden Regierungschefs David McAllister (CDU), wählte am Vormittag in Hannover. "Das wird ein ganz enges Rennen", sagte er. "Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen." Weil weiter: "Ich habe den Eindruck, ich habe mein Bestes gegeben." Nach Abgabe des Stimmzettels wollte er sich "die Laufschuhe anziehen und ausgiebig im Wald laufen gehen".

Der amtierende Ministerpräsident David McAllister (CDU) setzte sein Kreuz in einer zum Wahllokal umfunktionierten Grundschule in seinem Heimatort Bad Bederkesa bei Cuxhaven. "Ein guter Tag für die CDU", sagte der 42-Jährige siegessicher. Er unterhielt sich auf dem Weg zum Wahllokal mit Nachbarn.

Auch Altkanzler Gerhard Schröder und seine Frau Doris Schröder-Köpf, die sich erstmals für die SPD um ein Landtagsmandat bewirbt, gaben am Morgen ihre Stimme ab.

Philipp Rösler durch Schild "Wir machen keinen Quatsch" irritiert

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, der im niedersächsischen Isernhagen wohnt, setzte am Sonntag ebenfalls sein Kreuz. Zahlreiche Fotografen begleiteten ihn auf dem Weg zum Wahllokal in einer Grundschule. Irritiert reagierte der angeschlagene FDP-Bundesvorsitzende auf ein Schild, das im Klassenraum hing. Darauf stand: "Regeln für Gespräche: 1. Vor dem Sprechen melden. 2. Wir hören zu. 3. Wir rufen nicht dazwischen. 4. Wir machen keinen Quatsch." Er versuchte es zu vermeiden, dass ihn Fotografen mit dem Schild im Hintergrund ablichteten.

Denn in Röslers Partei rumort es derzeit. Hochrangige Parteifreunde meldeten sich jüngst mit Kritik und arbeiten auf seine Absetzung als Parteivorsitzender hin. Der Ausgang der Wahl in Niedersachsen entscheidet deshalb auch über Röslers politische Karriere.

Die Wahl in Niedersachsen wird in Berlin mit großer Spannung beobachtet, weil sie als wichtiger Stimmungstest vor der Bundestagswahl im Herbst gilt. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der amtierenden CDU/FDP-Regierung unter Ministerpräsident McAllister und Rot-Grün voraus. Die FDP muss nach den Umfragen aber um den Wiedereinzug in den Landtag fürchten. Sollten die Liberalen tatsächlich an der 5-Prozent-Hürde scheitern, könnten SPD und Grüne die neue Regierung stellen.

Quelle: dpa/alu
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