10.11.12

Peinliche Panne

Fernseh-Experte Rove leugnet Obamas Wahlsieg

Das Interview des TV-Senders "Fox" mit dem konservativen Berater Karl Rove war peinlich. Er leugnete Obamas Sieg bis zum Schluss.

Wenn es nicht so bitter wäre, wäre es fast zum Lachen. Der konservative TV-Sender "Fox News" muss am Abend der US-Wahl einen herben Rückschlag hinnehmen. Anstatt jedoch zuzugeben, dass ihr Favorit Mitt Romney die Wahl verloren hat, treibt die Live-Berichterstattung des pro-republikanischen Kanals kuriose Blüten: Während die Fox-Statistiker die Wiederwahl von Präsident Obama verkünden, widerspricht im Studio der Berater der Republikanischen Partei Karl Rove und bringt damit den Moderator Chris Wallace in arge Bedrängnis.

Die Stimmen seien noch nicht ausgezählt, die Auswertung verfrüht, die Vorhersage inkorrekt, argumentiert Rove. Der konservative Parteistratege, der unter George W. Bush stellvertretender Stabschef des Weißen Hauses war, weigert sich schlicht einzusehen, dass sowohl der Bundesstaat Ohio als auch die Wahl verloren sind. Derweil steigt im Balken am unteren Bildrand der Wert Obamas auf 58 Prozent der Wählerstimmen, Romney fällt zurück auf 40 Prozent.

Fox-News-Team zutiefst verunsichert

Das Studioteam ist sichtlich verunsichert. Die Untertitel verkünden bereits Obamas Sieg. Aber der Experte weigert sich, den Wahlausgang anzuerkennen. Moderatorin Megyn Kelly löst das peinliche Problem auf eigene Faust: Sie verlässt das Studio und macht sich gemeinsam mit einem Kamerateam auf zu den Statistikern nach nebenan. "Wie sicher seid ihr euch, dass Obama Ohio gewonnen hat?" Die prompte Antwort: "Zu 99,95 Prozent."

"Es ist passiert. Es ist wirklich passiert", kommentiert die US-Moderatorin Rachel Maddow vom liberalen TV-Sender MSNBC am darauffolgenden Tag und spottet über die "journalistische" Arbeit der Fernsehkollegen. "Präsident Obama hat wirklich im Bundesstaat Ohio die Mehrheit bekommen. Und er hat wirklich die Wahl gewonnen."

Konservative im Vakuum

Spätestens durch den Clip wird deutlich, wie unvorbereitet die Republikanische Partei auf diesen Wahlausgang ist. Sie wurde abgestraft und hat es nicht kommen sehen. Anstatt sich mit der Niederlage auseinanderzusetzen, leugnet der Studiogast einfach das Resultat. Der Effekt kann einer gewissen Komik nicht entbehren: Fast drängt sich der Eindruck auf, die Konservativen lebten in einer Parallelwelt.

Dafür muss der Sender nun den Spott der Konkurrenz ertragen. "Obama wurde wirklich auf Hawaii geboren. Der Klimawandel ist real. Vergewaltigungen können Schwangerschaften verursachen. Und Sadam Hussein hatte keine Massenvernichtungswaffen", kontert Rachel Maddow. Der Grundgedanke des Zweiparteiensystems der USA, sei eigentlich, dass beide Seiten die realen Probleme des Landes erkennen und konstruktive Lösungen entwickeln.

Wie zerrüttet die politische Landschaft Nordamerikas ist, zeigt der abschließende Kommentar der MSNBC-Moderatorin: "Wenn die Konservative Bewegung ebenso wie die konservativen Medien in einem versiegelten Vakuum mit verschlossenen Türen feststecken und die Tatsachen ignorieren, dann werden wir als Nation entmachtet." Zum Lachen finden die Konservativen das sicher nicht.

Quelle: pas
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