07.11.12

Obamas Frau

Wirbel um Michelle Obamas Outfit am US-Wahlabend

Wo Michelle Obama auftritt, überstrahlt sie alle - auch in der Wahlnacht. Das liegt nicht nur an ihren ausgefallenen modischen Kleidern.

Foto: dpa/REUTERS

Rot war die Farbe des Wahlabends: In einem dunkleren Ton trug es Michelle Obama (l.), begleitet von Tochter Malia. Auch Ann Romney (M.) und Janna Ryan kamen in roten Kleidern.

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Sie hat es schon wieder getan: Am Abend des großen Wahlerfolges ihres Mannes erschien Michelle Obama in einem Kleid, das sie schon mindestens zweimal getragen hat. Das rote Brokatkleid von Designer Michael Kors kombinierte sie mit einer schwarzen Strickjacke. "Wenn es etwas gibt, was Michelle noch lieber mag als ein schönes Outfit von Narciso Rodriguez, ist es, ein Kleid mehrmals zu tragen", kommentierte die "Huffington Post".

Seit der ersten Wahl von Barack Obama zum US-Präsidenten im November 2008 gilt seine Frau Michelle weltweit als Mode-Ikone – oft verglichen mit Jackie Kennedy. Am Wahlabend vor vier Jahren überraschte sie mit einem extravaganten rot-schwarzen Kleid von Narciso Rodriguez, einem jungen New Yorker Designer, der auch ihren Mann im Wahlkampf unterstützt hatte.

Michelle Obama trägt Mode von der Stange

In den folgenden Jahren wählte sie immer wieder Outfits von bis dato unbekannten Modeschöpfern, und sie trug sogar Mode von der Stange! Das Signal war eindeutig: Es muss nicht immer einer der etablierten Designer sein, man kann stylish sein, ohne viel Geld auszugeben. Mittlerweile widmen sich diverse Webseiten allein Michelle Obamas Modestil.

Dass sie jetzt erneut das Kleid von Michael Kors trug, dürfte kein Zufall gewesen sein. Zum einen ist er einer ihrer bevorzugten Designer, außerdem setzte sie damit einen Trend fort, der sich durch den gesamten Wahlkampf gezogen hatte: Das Recyclen bereits getragener Kleidungsstücke und damit nach Ansicht von US-Modeexperten die Aussage: "Seht her, ich bin angesichts der Wirtschaftskrise sparsam und achte aufs Geld."

Töchter machen Präsidentengattin modisch Konkurrenz

Die ersten Reaktionen im Internet geben ihr recht. "Michelle Obama atemberaubend wie immer", twitterte beispielsweise fashionista.com. In einem anderen Beitrag des Kurznachrichtendienstes hieß es, die Präsidentengattin habe ein altes – und trotzdem reizendes – Kleid getragen. "Schön wie immer", kommentierte ein Twitter-Nutzer unter dem Namen Speakeasy.

In dem Michael-Kors-Outfit zeigte sich Michelle Obama bereits Ende 2009 im Weißen Haus und im Sommer 2010 bei der Verleihung der Ehrenmedaille (Medal of Honor) an einen Soldaten, der in Afghanistan im Einsatz war. Auch damals trug sie dazu eine schwarzen Jacke und eine auffällige Brosche. Modisch Konkurrenz machten ihr am diesjährigen Wahlabend übrigens die beiden Töchter Sasha und Malia, inzwischen elf und 14 Jahre alt. Waren sie vor vier Jahren noch kleine Mädchen, sind sie jetzt elegante junge Damen geworden: Malia, mittlerweile fast so große wie ihre Mutter, kombinierte ein schwarzes Top mit einem leuchtenden blauen Rock und dazu einem rosa Gürtel. Sasha trug eine graue Bluse mit großer Schleife, dazu einen hellgrünen Rock im Batik-Look.

Michelle Obama - gebildet, eloquent, leidenschaftlich

Ohne seine Frau Michelle wäre Barack Obama wohl kaum das, was er ist: der Präsident der Vereinigten Staaten. Michelle sei sein "Fels", hat Obama einmal gesagt. Sie halte ihn auf dem Boden der Tatsachen. Und wären Obamas Umfragewerte so gut wie ihre gewesen, hätte er sich um seine Wiederwahl nicht sorgen müssen. Die First Lady ist beim Volk beliebter als ihr Mann. Auch Republikaner haben Achtung vor ihrer Intelligenz und Fachkenntnis.

Gebildet, eloquent, leidenschaftlich und selbstbewusst: Wann und wo immer die 48-jährige Michelle Obama auftritt, zieht sie die Massen an. Das war schon vor vier Jahren so, als sie für ihren Mann Barack trommelte. Auch dieses Mal erwies sich die Juristin wieder als die beste Wahlkämpferin des Demokraten. Doch sie kann auch emotional sein, erinnert an ihre erste Zeit mit Barack Obama und beschreibt mit wenigen Worten die ganz großen Gefühle: "Wir waren so jung, so verliebt und so verschuldet."

Michelle Obama hat aus Schnitzern gelernt, die sie 2008 noch machte. Ihre Berater sagen, dass sie sich extrem intensiv auf ihre Reden vorbereite und sich hüte, vom Skript abzuweichen – ein Zeichen eiserner Disziplin, die der 1,80 Meter großen, durchtrainierten Frau auch beim Fitnesstraining täglich frühmorgens zu eigen ist.

Michelle Obama die Mutter der Nation

Der unbedingte Wille zum Erfolg prägte sie schon in jungen Jahren. Die am 17. Januar 1964 geborene Michelle wuchs in einfachen Verhältnissen in der South Side Chicagos auf, dem armen Schwarzenviertel. Ihr Vater war Schlosser bei den Wasserwerken, die Mutter Sekretärin. Mit klugem Kopf und Strebsamkeit schaffte Michelle den Sprung an die Eliteuniversitäten Princeton sowie Harvard und erwarb einen Doktortitel in Jura.

Nach dem Studium trat sie zunächst in ein renommiertes Anwaltsbüro ein, wo sie auch ihren Mann kennenlernte: Er wurde ihr damals als Praktikant zugewiesen. 1992 heiratete das Paar. Von der Anwaltskanzlei wechselte Michelle später in die Sozialarbeit und war vor dem Wahlsieg ihres Mannes 2008 zuletzt eine Vizepräsidentin am Universitätsklinikum von Chicago. 1998 und 2001 wurden die Töchter Malia und Sasha geboren. Michelle bezeichnete sich auf dem Parteitag als "mom-in-chief" (in etwa Mutter der Nation) – in Anspielung auf die Rolle ihres Mannes als "commander-in-chief" (Oberbefehlshaber der Streitkräfte).

dpa/dapd/nbo

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