23.03.12

Neuer Bundespräsident

Joachim Gauck wirbt für Werte der Demokratie

Der parteilose Theologe Joachim Gauck ist als elfter Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland vereidigt worden. In seiner ersten Rede im Amt warb er um Vertrauen in die Demokratie und in seine Person.

Foto: AFP
Joachim Gauck hat den Amtseid als Bundespräsident ablegt
Joachim Gauck hat den Amtseid als Bundespräsident ablegt

Fünf Tage nach seiner Wahl ist der neue Bundespräsident Joachim Gauck vereidigt worden. Der 72-Jährige leistete am Freitag in einer gemeinsamen Sitzung von Bundestag und Bundesrat in Berlin seinen Eid mit der religiösen Formel: "So wahr mir Gott helfe." Gauck ist das elfte Staatsoberhaupt der Bundesrepublik.

>>> Lesen Sie auch: Die Rede von Joachim Gauck (Auszüge)

Anschließend hielt er seine erste größere Rede als Staatsoberhaupt. "Wir stehen zu diesem Land, nicht, weil es so vollkommen ist, sondern weil wir nie ein besseres gesehen haben", sagte Gauck. Die Demokratie sei stärker als ihre Feinde. Nicht sie, sondern die Demokratie werde leben. "Ängste vermindern unseren Mut wie unser Selbstvertrauen. Und manchmal so entscheidend, dass wir beides ganz und gar verlieren können", sagte Gauck. Er nannte Deutschland ein "Land des Demokratiewunders".

Gauck appellierte an die Bevölkerung und die Politik, nicht auf Distanz zur Demokratie zu gehen. Er bat die Bevölkerung und die Politik um Vertrauen in seine Person und seine Amtsführung. Immer wieder wurde die Rede von Beifall unterbrochen.

Ausdrücklich würdigte Gauck die Impulse seines Vorgängers Christian Wulff für eine einladende offene Gesellschaft. "Sehr geehrter Herr Bundespräsident Wulff, dieses Ihr Anliegen wird auch mir beständig am Herzen liegen", betonte das neue Staatsoberhaupt in Anwesenheit seines Vorgängers.

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte, Gaucks Wahl markiere den Fortschritt der inneren Einigung Deutschlands. Der DDR-Bürgerrechtler und evangelische Pfarrer sei der erste Bundespräsident, der nicht aus dem Westen kommt. Gauck wisse aus eigener Anschauung, was ein Leben in Unfreiheit und Gängelung bedeute, sagte Lammert. Freiheit und die Würde des Menschen seien seine Lebensthemen.

Bundesratspräsident Horst Seehofer (CSU) dankte Gaucks Vorgänger Christian Wulff, der am 17. Februar zurückgetreten war. Als Bundespräsident habe er wichtige Impulse für Zusammenhalt und Integration gegeben und sei mutig für eine offene Gesellschaft eingetreten. Wulff sei es um ein Deutschland gegangen, "das sich der Welt zuwendet", sagte Seehofer. Wulffs Frau Bettina habe dem modernen Deutschland ein Gesicht gegeben.

Wulff war am 17. Februar zurückgetreten. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen den früheren niedersächsischen Ministerpräsidenten wegen des Verdachts der Vorteilsnahme. Gauck war am vergangenen Sonntag von der Bundesversammlung mit großer Mehrheit zum elften Bundespräsidenten gewählt worden. Er war der gemeinsame Kandidat von Union, FDP, der SPD und den Grünen.

Quelle: epd/dpa/Reuters/mim
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