01.03.12

Wahltrend

Mehrheit der Deutschen zweifelt an Schwarz-Gelb

Mehr als die Hälfte der Deutschen sieht die schwarz-gelbe Koalition in einem "schlechten Zustand" – und sehnt sich nach einer Großen Koalition.

Foto: AFP
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Mehr als die Hälfte der Bürger stellt der schwarz-gelben Koalition derzeit kein gutes Zeugnis aus. In dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend kamen 53 Prozent der Befragten zu dem Schluss, dass die Regierungskoalition sich "in einem schlechten Zustand" befindet.

Mehr als ein Fünftel bezeichnet deren Zustand in der Umfrage von Infratest dimap sogar als "sehr schlecht". Trotzdem gehen 82 Prozent davon aus, dass Schwarz-Gelb "trotz aller Streitereien bis zum Ende der Legislaturperiode" durchhalten werde.

Befragt nach der besten Koalition für Deutschland nach der nächsten Bundestagswahl bewerteten 53 Prozent eine große Koalition als "gut" , das sind zwei Prozentpunkte mehr als im Oktober vergangenen Jahres. Die mit 44 Prozent zweitbeliebteste Koalition wäre Rot-Grün. Eine sogenannte Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP wünschen sich hingegen nur 16 Prozent.

Merkel weiterhin beliebt

Für Unruhe in der Regierungskoalition hatten vor allem Querelen bei der Nominierung eines Nachfolgers des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff gesorgt. Die FDP legte sich auf Joachim Gauck als ihren Kandidaten fest, den Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zuvor abgelehnt hatte . Merkel lenkte schließlich ein.

Trotz der Unruhen in der Koalition bleibt Merkel Deutschlands beliebteste Politikerin: 62 Prozent äußerten sich zufrieden mit ihrer Arbeit. 81 Prozent der Befragten lobten ihr Nachgeben in der Frage des Bundespräsidentenkandidaten als vernünftig.

Mit der Arbeit des FDP-Chefs Philipp Rösler sind hingegen nur 21 Prozent (plus drei Prozentpunkte) zufrieden. Sein Verhalten bei der Kandidatenkür habe 43 Prozent der Befragten aber "positiv überrascht". Rösler hatte sich in der entscheidenden Runde im Kanzleramt vehement für Gauck ausgesprochen und damit auch den Koalitionsbruch riskiert.

FDP profitiert nicht von Gauck-Coup

In der Wählergunst konnte auch die FDP der Umfrage zufolge von ihrer Unterstützung für Gauck nicht profitieren: Wäre an diesem Sonntag Bundestagswahl, kämen die Liberalen wie im Vormonat auf nur drei Prozent. Die Union legte um einen Punkt leicht zu auf 37 Prozent, die SPD verlor einen Prozentpunkt und landete bei 28 Prozent.

Die Grünen verloren in der Umfrage einen Punkt und kamen auf 14 Prozent. Die Linkspartei und die Piraten würden sieben Prozent erreichen.

Für die Umfrage zur Koalition befragte Infratest dimap am Montag und Dienstag rund tausend Bürger. Für die sogenannte Sonntagsfrage wurden von Montag bis Mittwoch 1504 wahlberechtigte Bürger befragt.

Quelle: AFP/sara
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