Präsident unter Druck
Wulff nutzte Handy von einer Firma Groenewolds
Erneut steht die Freundschaft zwischen Christian Wulff und David Groenewold im Fokus: Der Unternehmer soll ihm ein Firmenhandy gegeben haben.
Christian Wulff hat in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident über Monate ein Handy genutzt, das einer Firma des befreundeten Filmfondsmanagers David Groenewold gehörte. Das bestätigte Groenewolds Anwalt Morgenpost Online.
Es gibt laut Anwalt einen Überlassungsvertrag vom 26.10.2005 für ein Nokia-Mobiltelefon. Dieser Vertrag sei von Christian Wulff unterschrieben. Darin heißt es: "Die Nutzung erfolgt entgeltlich. Wulff hat drei Tage nach Eingang der Telefonrechnung den Betrag auf das Konto von David Groenewold zu überweisen."
Der 38-jährige Unternehmer hat bereits mehrmals für Wulff Geld ausgelegt und in einem Fall die Kosten für ein Hotel-Upgrade übernommen. Auf der anderen Seite hat das Land Niedersachsen 2007 einer Filmfirma, an der Groenewold beteiligt war, eine Bürgschaftszusage über fünf Millionen Euro erteilt. Mittlerweile verfestigt sich der Anschein, dass Wulff in seinem damaligen Amt nicht mehr völlig unabhängig gehandelt haben könnte.
Der Vertrag lief fast ein Jahr. Über die gesamte Zeit ist nach Informationen von Morgenpost Online ein Rechnungsbetrag von 931 Euro brutto aufgelaufen. Im April und Mai 2006 lagen die Monatsbeträge bei jeweils rund 200 Euro. In den letzten Monaten nutzte Wulff das Telefon allerdings kaum noch.
Der Groenewold-Anwalt sagte Morgenpost Online: "Mein Mandant bedauert es zutiefst, dass ein weiterer Freundschaftsdienst ein falsches Licht auf seine Beziehung zu Christian Wulff wirft. Aus dem Überlassungsvertrag für das Handy ist keiner Seite ein Vorteil erwachsen."
Der heutige Bundespräsident Christian Wulff hat bisher nicht auf Anfragen der Redaktion geantwortet. Sein Anwalt verwies auf Wulffs derzeitige Auslandsreise. Er sei kurzfristig nicht erreichbar.
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