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09.02.12

Massaker von Oradour

Brandenburger SS-Soldat gilt als vernehmungsfähig

Im Fall des grausamen Massakers von Oradour 1944 ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund jetzt gegen sieben mutmaßliche Kriegsverbrecher - darunter ein 86-jähriger früherer SS-Soldat aus Brandenburg.

picture-alliance / maxppp/picture-alliance / MAXPPP

Das Dorf Oradour-sur-Glane bei Limoges war 1944 Schauplatz eines Massakers der SS. Es ist bis heute weitgehend so erhalten, wie es nach dem Mord an 642 Einwohner aussah.

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Ein früherer SS-Soldat aus Brandenburg, der am SS-Massaker im französischen Dorf Oradour beteiligt gewesen sein soll, kann nach einem Bericht der "Märkischen Oderzeitung" vernommen werden. Wegen des Massakers 1944 in Oradour-sur-Glane ermittelt die Staatsanwaltschaft Dortmund gegen sieben mutmaßliche Kriegsverbrecher, darunter gegen einen 86-Jähriger aus Märkisch-Oderland. Ob der Mann vernehmungsfähig ist, wollte ein Behördensprecher am Donnerstag weder bestätigen noch dementieren.

Wie Staatsanwalt Andreas Brendel sagte, bestand nach ersten Einschätzungen bei vier Männern der Verdacht der Verhandlungsunfähigkeit. Deshalb seien vier Gutachten eingeholt worden. "Die liegen jetzt vor." Danach könne eine der vier Personen vernommen werden. Um wen es sich dabei handelt, sagte er nicht. "Es gibt von uns keine Zuordnung, wer das ist", betonte er. Brendel begründete dies unter anderem mit der ärztlichen Schweigepflicht. Auch das Landratsamt Märkisch-Oderland gab dazu keine Auskunft. Es wird wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord ermittelt.

Wie die Zeitung schreibt, ist der Brandenburger laut medizinischem Gutachten als vernehmungsfähig eingestuft worden. Bei einer Hausdurchsuchung im vergangenen Oktober soll der Mann, der früher in der Landwirtschaft tätig war, dement gewirkt haben.

Bei dem Massaker hatte die SS die Dorfbewohner zusammengetrieben und ermordet – 642 Männer, Frauen und Kinder. Das Massaker gilt als eines der schlimmsten des Zweiten Weltkriegs. Die Ermittlungen wurde wieder aufgenommen, als Historiker in Stasi-Akten neue Hinweise fanden

Quelle: dapd/nbo
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