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08.02.12

Dokumente zur Kundus-Affäre

Anonymous hackt Computersystem des Bundestags

Die Hacker-Gruppe Anonymous hat sich offensichtlich über das Computersystem des Deutschen Bundestags Zugang zu bislang noch geheimen Dokumente zu dem umstrittenen Luftangriff von Kundus mit mehr als 140 Toten verschafft und diese ins Internet gestellt.

© dapd/DAPD
Ein afghanischer Soldat steht vor einem von insgesamt zwei bei einem Anfang September 2009 von der Bundeswehr befohlenen Luftangriff nahe Kundus in Nordafghanistan zerstörten Tanklastern
Ein afghanischer Soldat steht vor einem von insgesamt zwei bei einem Anfang September 2009 von der Bundeswehr befohlenen Luftangriff nahe Kundus in Nordafghanistan zerstörten Tanklastern

Der Hacker-Gruppe Anonymous ist es offenbar gelungen, über das Computersystem des Deutschen Bundestags auf bislang geheime Dokumente zur Kundus-Affäre zuzugreifen. Die Hacker stellten in der Nacht zu Mittwoch unter anderem ein vermeintliches Funkprotokoll des Luftangriffs vom September 2009 ins Internet.

Die Dokumente waren am Mittwoch zudem weiterhin auf der Seite des Bundestages erreichbar. Wer die Dokumente lesen will, muss allerdings die exakte Internetadresse wissen. Anonymous hat zusätzlich Kopien vieler Dokumente veröffentlicht.

Wie das der Hacker-Szene nahestehende Portal gulli.com berichtete, dürfte der Bundestag die Zugriffsberechtigungen für eines seiner internen Informationssysteme falsch eingestellt haben. Sowohl der Bundestag als auch das Bundesverteidigungsministerium kommentierten den Vorgang am Mittwoch zunächst nicht.

Im Januar hatte das Hacker-Kollektiv verstärkt Rechtsextreme ins Visier genommen. Die Gruppe legte aus der Anonymität heraus mehrere Seiten der Neonazi-Szene lahm, darunter Altermedia Deutschland. Außerdem startete die Untergruppe "Operation Blitzkrieg" das Internet-Portal "Nazi-Leaks". Dort stellte sie unter anderem NPD-Spenderlisten und E-Mail-Diskussionen von Neonazis ein. Auf der Seite findet sich zudem Material zu der in der rechten Szene beliebten Modemarke Thor Steinar sowie zur rechtsgerichteten Wochenzeitung "Junge Freiheit".

Viele Informationen waren schon in der Vergangenheit auf diversen Internet-Seiten "geleakt" worden und sind hier nun gebündelt zu lesen. Darüber hinaus führt "Nazi-Leaks" jedoch auch Angaben, die offenbar bislang unveröffentlicht waren, etwa Kundendaten eines Neonazi-Versandhandels. Die Echtheit der Dokumente blieb offen.

Quelle: dpad/nbo
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