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05.02.12

Frankfurt und Berlin

Mit Trillerpfeifen und Trommeln gegen Fluglärm

Tausende demonstrieren an den Flughäfen Frankfurt und Berlin-Schönefeld gegen den Ausbau – und verursachen so viel Lärm, dass Schalter geschlossen werden müssen.

© dpa
Protest gegen Fluglärm in Schönefeld

Mehrere tausend Menschen haben in Berlin und Frankfurt gegen Fluglärm demonstriert. Auf dem größten deutschen Flughafen in Frankfurt protestierten nach Angaben der Organisatoren über 10.000 Fluglärmgegner aus der gesamten Rhein-Main-Region. Die Flughafengesellschaft Fraport sprach von bis zu 6000 Teilnehmern.

In der Abflughalle des Terminals 1 verursachten die Demonstranten mit Trillerpfeifen und Trommeln ohrenbetäubenden Lärm. Auf den Plakaten standen Parolen wie "Fluglärm macht krank" und "Politiker hört unsere Stimmen!". Einige Abfertigungsschalter mussten wegen der Demonstration geschlossen oder verlegt werden. Auf den Flugbetrieb habe dies keine Auswirkungen gehabt, sagte ein Flughafensprecher.

In Berlin, wo am 3. Juni der neue Großflughafen in Betrieb gehen soll, versammelten sich nach Angaben der Organisatoren rund 300 Demonstranten in der Abflughalle des Flughafens Schönefeld. Sie skandierten Rufe wie "Lärm macht doof" und forderten Änderungen an den Flugrouten und bessere Lärmschutzmaßnahmen.

Bouffier lädt zu Fluglärmgipfel

An der Demonstration in Frankfurt nahmen auch Vertreter der Protestbewegung Stuttgart 21 und der Berliner Flughafengegner teil. In Frankfurt schwillt seit Inbetriebnahme der vierten Start- und Landebahn am 21. Oktober der Protest aus den umliegenden Gemeinden stetig an. Anwohner haben bereits vor Gericht ein Nachtflugverbot erstritten, über das das Bundesverwaltungsgericht in letzter Instanz im März verhandelt.

Für kommenden Mittwoch hat der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zu einem Fluglärmgipfel eingeladen, auf dem Maßnahmen zur Lärmreduzierung vorgestellt werden sollen. Fraport-Chef Stefan Schulte äußerte "großes Verständnis" für die Anwohner, die durch die neue Landebahn "eine deutlich höhere Lärmbelastung" hätten.

"Wir nehmen die Betroffenheit ernst. Wir müssen für die Bürger Hilfe und Entlastung schaffen", sagte Schulte "Reuters TV". Zugleich verwies er darauf, dass der Flughafen bereits Maßnahmen ergriffen habe wie Änderung von Flugrouten oder Verbesserungen des Schallschutzes.

Quelle: Reuters/smb
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