Flüchtlinge
Zahl der Asylbewerber in Deutschland steigt rapide
Der Spitzenwert der 90-er Jahre liegt zwar noch weit entfernt, trotzdem ist die Zahl der Asylbewerber mit fast 46.000 2011 so hoch wie seit acht Jahren nicht mehr. Vor allem Menschen aus muslimisch geprägten Ländern suchen einem Zeitungsbericht zufolge Schutz in Deutschland.
In Deutschland versuchen deutlich mehr Menschen, Asyl zu erhalten, als in den Vorjahren. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, 2011 hätten fast 46.000 Menschen Asyl beantragt. Das sei etwa elf Prozent mehr als 2010 und der höchste Wert seit acht Jahren.
Die Schutzsuchenden kämen vor allem aus muslimisch geprägten Ländern wie Afghanistan, Irak oder Syrien, schrieb das Blatt. Besonders drastisch sei der Anstieg bei den Pakistanern. Ihre Zahl habe sich im Vergleich zu 2010 auf gut 2.500 verdreifacht. Zudem versuchten Tausende Serben, per Asylantrag in Deutschland Fuß zu fassen. 90 Prozent von diesen seien Roma.
Der Zeitung zufolge reisen viele Flüchtlinge über die türkische Grenze nach Griechenland und weiter nach Deutschland, wo sie einen Asylantrag stellen. Zudem ist die Visapflicht für Serbien und Mazedonien Ende 2009 gefallen.
Bundesinnenminister Hans-Peter (CSU) sagte dem Blatt, viele Asylsuchende aus Serbien seien offensichtlich nicht als verfolgte Flüchtlinge einzustufen. Ihre Asylanträge sollten zügig abgelehnt werden.
Die Grünen fordern indes ein Ende der Abschiebung syrischer Flüchtlinge. "Zwar schiebt Deutschland momentan nicht direkt nach Syrien ab, dafür aber in Staaten wie Ungarn, von wo aus syrische Flüchtlinge dann zurück in ihre Heimat abgeschoben werden", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung". "Dieses zynische und menschenverachtende Verfahren muss endlich gestoppt werden." Beck forderte die Bundesregierung zudem auf, das 2009 zwischen Deutschland und Syrien geschlossene Rückübernahmeabkommen zu kündigen.
Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte dem Blatt, seit Mitte 2011 sei kein Syrer gegen seinen Willen von Ungarn nach Syrien zurückgeführt worden.
Für Flüchtlinge ist es dem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren leichter geworden, nach Deutschland zu gelangen. Viele überquerten die schlecht gesicherte Landgrenze zwischen der Türkei und Griechenland und gelangten so in die EU. Von dort können sie nach Deutschland weiterreisen und einen Asylantrag stellen.
Nach EU-Recht ist Griechenland verpflichtet, die Flüchtlinge zurückzunehmen und den Asylantrag zu prüfen. Das Land garantiert jedoch kein faires Asylverfahren. Nachdem ein Betroffener deshalb vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt hatte, stoppte die Bundesregierung Anfang 2010 die Abschiebung von Asylbewerbern nach Griechenland. Nun prüft das Bundesamt die Anträge in Deutschland selbst. Im vergangenen Jahr betraf das laut "Süddeutscher Zeitung" mehr als 4.500 Menschen
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