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13.01.12

Politbarometer

Nur Rösler und Westerwelle unbeliebter als Wulff

Nur noch wenige Politiker liegen auf der Beliebtheitsskala hinter Christian Wulff. Aus der Regierung sind lediglich Philipp Rösler und Guido Westerwelle weniger beliebt.

Getty Images/Getty

Chronik der Affären des Bundespräsidenten:

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Fast drei Viertel der Bürger halten Bundespräsident Christian Wulff durch seine Kredit- und Medienaffäre für dauerhaft beschädigt. Nach dem ZDF-Politbarometer sind 72 Prozent der Befragten dieser Ansicht. Nur 24 Prozent glauben nicht, dass Wulff im Amt auf Dauer beschädigt bleiben wird. 61 Prozent halten ihn nicht für glaubwürdig.

Dennoch sprechen sich in der repräsentativen Umfrage 50 Prozent für seinen Verbleib im Amt aus, 44 Prozent sind für seinen Rücktritt.

Auf der Beliebtheitsskala von plus 5 bis minus 5 erhält Wulff nur noch einen Durchschnittswert von minus 0,5. Vor Beginn der Affäre kam er noch auf einen Wert von plus 1,9. Allerdings liegen Außenminister Guido Westerwelle und FDP-Chef Philipp Rösler mit jeweils minus 1,4 noch unter ihm.

Für eine knappe Mehrheit ist der Fall Wulff ohnehin von untergeordneter Bedeutung: 52 Prozent halten das Thema für kein wichtiges oder nicht so wichtiges, 48 Prozent sind gegenteiliger Meinung.

Union legt trotz Wulff-Affäre zu

Insgesamt haben Union und Kanzlerin Angela Merkel – ungeachtet des Wirbels um Wulff – laut ZDF-Politbarometer in der Wählergunst deutlich zugelegt. Ihr Koalitionspartner FDP kommt dagegen nicht aus der Krise. 50 Prozent meinen sogar, dass die Partei nicht mehr gebraucht wird, 43 Prozent halten sie weiterhin für notwendig. 63 Prozent glauben nicht, dass die Freidemokraten von Parteichef Philipp Rösler gut geführt werden.

Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, könnten CDU/CSU im Vergleich zu Dezember um zwei Prozentpunkte auf 36 Prozent zulegen. Die FDP bliebe bei 4 Prozent und könnte damit nicht wieder in den Bundestag einziehen. Keine Veränderungen gibt es demnach auch bei der SPD (31 Prozent), der Linken (6 Prozent) und der Piratenpartei (4 Prozent).

Die Grünen würden allerdings zwei Punkte einbüßen und kämen auf 15 Prozent. Rot-Grün hätte aber weiterhin eine knappe Mehrheit.

SPD-Chef Sigmar Gabriel erhöhte unterdessen den Druck auf Wulff, in dem er gegenüber der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" argumentierte, Wulff könne sein Amt nicht länger unbefangen ausüben .

Eine prominente und explizite Rücktrittsforderung kommt zudem von der Frau von Alt-Bundespräsident Walter Scheel: "Das Amt ist inzwischen beschädigt, die Person ist auch beschädigt, ... es ist wirklich eine Frage der Zeit, dass ein Amtsinhaber mit Würde die Konsequenzen zieht und geht", sagte Barbara Scheel dem SWR. Es sei ein geliehenes Amt, bei dem man alles dazu beitragen müsse, den Schaden von ihm abzuwenden.

Gröhe – Wulff hat zweite Chance verdient

CDU-Generalsekretär Herrmann Gröhe hat dagegen seine Unterstützung für den Bundespräsidenten erneut bekräftigt. Dem Sender NDR Info sagte Gröhe, es sei natürlich nicht leicht, nach den letzen Wochen erschüttertes Vertrauen zurückzugewinnen.

"Ich traue es ihm zu und wünsche es ihm von Herzen. Ich glaube auch, dass es gut für unser Land wäre, und dass viele in unserem Land sagen, dass er eine zweite Chance verdient."

Trotz Kritik auch aus der CDU/CSU dürfe es keinen Zweifel an der Haltung der Union insgesamt zu Wulff geben: "Klare Ansage, er hat eine Chance verdient, Vertrauen zurückzugewinnen", sagte Gröhe.

Quelle: dapd/dpa/mcz
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