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08.01.12

Überparteilicher Kandidat

Gabriel will mit Merkel Wulff-Nachfolger suchen

Sigmar Gabriel bietet Merkel im Fall eines Wulff-Rücktritts eine überparteiliche Lösung an. Die Bundestagswahl-Debatte seiner Generalsekretärin fing der SPD-Chef wieder ein.

Getty Images/Getty

Chronik der Affären des Bundespräsidenten:

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SPD-Chef Sigmar Gabriel bietet Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine gemeinsame Suche nach einem Nachfolger für Bundespräsident Christian Wulff an, sollte dieser zurücktreten.

In dem Fall bräuchten "CDU/CSU und FDP keine Sorge zu haben, dass die SPD diese Situation zu nutzen versucht, um einen eigenen Kandidaten durchzusetzen", sagte Gabriel der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Montag.

Die SPD sei bereit, auf einen eigenen Kandidaten für das Amt zu verzichten und gemeinsam mit Union und FDP eine parteiübergreifende Lösung zu finden, fügte der Parteichef hinzu. In der Bundesversammlung, die das deutsche Staatsoberhaupt wählt, hätte Schwarz-Gelb nach jetziger Lage nur eine hauchdünne Mehrheit.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt bezeichnete das Angebot als unanständig. "Gabriel hat in der ganzen Debatte schon immer den nötigen Anstand vermissen lassen und tut das auch jetzt", sagte Dobrindt Morgenpost Online. Und weiter: "Von ihm kommt nur Zündelei und parteitaktisches Manövrieren."

Gabriel widersprach zudem seiner Generalsekretärin Andrea Nahles, die für den Fall des Wulff-Rücktritts Neuwahlen gefordert hatte. Die SPD "würde auch keine weiteren Forderungen wie etwa die nach Neuwahlen erheben", sagte Gabriel der "FAZ".

Gabriel bekräftigte zugleich seine Kritik an Wulff und warf ihm vor, das höchste Staatsamt beschädigt zu haben. Den Rücktritt erzwingen könnten aber nur die, die ihn ins Amt gebracht hätten – also CDU/CSU und FDP.

Die Union übte scharfe Kritik am Neuwahl-Vorstoß von Nahles. " Die hanebüchene Forderung von Frau Nahles nach Neuwahlen ist ein weiterer Akt im schäbigen Spiel der Opposition", sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe der "Stuttgarter Zeitung".

Der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller, sagte der "Leipziger Volkszeitung" vom Montag: "Die Forderung der SPD nach Neuwahlen offenbart die Gewissenlosigkeit der Sozialdemokratie, die Stabilität unseres Staates der Parteipolitik zu unterwerfen."

Nahles hatte der "Bild am Sonntag" gesagt, wenn nach dem vor eineinhalb Jahren zurückgetretenen Bundespräsidenten Horst Köhler noch einmal ein Staatsoberhaupt zurücktrete, müsse es Neuwahlen geben. "Bei einem Wulff-Rücktritt muss sich Angela Merkel dem Votum der Wähler stellen."

Der Bundespräsident steht wegen der Finanzierung seines Privathauses bei Hannover in der Kritik. Wulff geriet zusätzlich unter Druck, als bekannt wurde, dass er mit einem Anruf beim "Bild"-Chefredakteur die Berichterstattung über die Affäre beeinflussen wollte.

Vertreter der Regierungskoalition bestritten am Samstag vehement Berichte, wonach bereits Absprachen für den Fall eines Rücktritts von Wulff getroffen wurden.

Wulff selbst will die Affäre offenbar aussitzen. " In einem Jahr ist das alles vergessen ", soll er zu seinen Mitarbeitern in Bellevue gesagt haben.

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