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08.01.12

Bundespräsident Wulff

"In einem Jahr ist das alles vergessen"

"Dieses Stahlgewitter ist bald vorbei": Wulff will die Affäre aussitzen. SPD-Generalin Nahles fordert die Neuwahl des Bundestages, falls der Bundespräsident zurücktritt.

Getty Images/Getty

Chronik der Affären des Bundespräsidenten:

46 Bilder

Bundespräsident Christian Wulff ist offenbar der festen Überzeugung, die Kreditaffäre langfristig unbeschadet zu überstehen. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, soll Wulff auf einem Neujahrsempfang für seine Mitarbeiter am Freitagnachmittag in Bellevue gesagt haben: "In einem Jahr ist das alles vergessen."

Der Präsident habe versichert, er wolle bis 2015 einen guten Job machen und sei zuversichtlich, "dass dieses Stahlgewitter bald vorbei ist", heißt es.

Nach Informationen der Zeitung treibt Wulff mit seinem Staatssekretär Lothar Hagebölling die Planungen für das neue Jahr voran. Besonders im Fokus stehe dabei der Empfang für die Angehörigen der Opfer des Zwickauer Neonazi-Trios am 23. Februar.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles hat für den Fall eines Rücktritts von Wulff Neuwahlen gefordert. "Wenn nach Horst Köhler noch einmal ein Bundespräsident zurücktritt, müsste es Neuwahlen geben", sagte sie der "Bild am Sonntag".

"Bei einem Wulff-Rücktritt muss sich Angela Merkel dem Votum der Wähler stellen. Ich vermute, dass sie genau deshalb das offene Wort über Wulff vermeidet", sagte Nahles. Die Affäre Wulff sei jetzt auch eine Affäre Merkel.

Dem Bundespräsidenten warf sie vor, "sich in ein Geflecht aus Halbwahrheiten verstrickt" zu haben. "Es wird jeden Tag unwahrscheinlicher, dass er die Kraft hat, sich daraus zu befreien", sagte Nahles.

"Ich habe erhebliche Zweifel, dass er diese Affäre übersteht." Außerdem gehöre das Amt des Bundespräsidenten Wulff nicht. "Im Amt bleiben – egal was passiert? Diese Haltung ist nicht akzeptabel", erklärte sie.

Quelle: AFP/dpa/pku
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