FDP-Minister
Niebels Problem mit Fischers Gesichtsausdruck
Dirk Niebel (FDP) findet, Politiker müssen Freude an ihrer Arbeit zeigen – anders als "Joseph Fischer". In FDP-Führungsämtern müsse man zudem starke Nerven haben.
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hält nervliche Stabilität für eine Grundvoraussetzung, um in der FDP Führungsämter bekleiden zu können. In einem Interview der "Leipziger Volkszeitung" sagte das Präsidiumsmitglied der Liberalen: "Man musste schon immer etwas bessere Nerven haben, wenn man in der FDP ist. Das gilt für das Führungspersonal schon zwei Mal."
Gleichzeitig sollten Politiker Freude an ihrer Arbeit haben. "Wenn man das den Bürgern vermitteln kann, ist man glaubwürdiger, als diejenigen, die wie Joseph Fischer Hunger, Katastrophe, Klimawandel und Schuldenkrise mit ein und demselben Gesichtsausdruck verkörpern können", sagte Niebel mit Bezug auf Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne).
Niebel gibt Lindner Comeback-Chancen
Darüber hinaus gab Niebel dem zurückgetretenen FDP-Generalsekretär Christian Lindner beste Chancen, in Zukunft wieder ein hohes Amt zu bekleiden: "Jemand, der 32 Jahre alt ist, hat noch alle Chancen, die das Leben bietet." Das treffe auch auf das Amt des Parteivorsitzenden zu: "In einer liberalen Partei ist nichts unmöglich."
Jetzt sei es aber gut, dass die FDP die Chance habe, "mit einem persönlich sehr vertrauensvoll zusammenarbeitenden Führungsgespann von Vorsitzendem und Generalsekretär an der gemeinsamen Zukunft zu arbeiten", sagte Niebel mit Blick auf den Parteichef Philipp Rösler und den designierten Generalsekretär Patrick Döring.
Allerdings hatte letzterer dem Vorsitzenden im "Stern" kurz zuvor attestiert, ein "Wegmodererier" und "kein Kämpfer" zu sein. Auf die Frage, ob Rösler im Überlebenskampf der Partei ein besserer Minister als Parteivorsitzender wäre, wird Döring mit den Worten zitiert: "Kann sein."
In der "Bild"-Zeitung rief Niebel seine Partei auf, sich hinter Rösler zu stellen. "Wir sollten jetzt alles unternehmen, um Philipp Rösler zu stützen und die FDP wieder erfolgreich zu machen." Die Liberalen müssten auf Dreikönig den "Turnaround" – die Trendwende – einleiten. Nach dem Mitgliederentscheid zur Euro-Rettung sei die Situation "sehr schwierig, aber wir kommen jetzt in ruhigeres Fahrwasser".
Döring relativiert Äußerungen über Rösler
FDP-General Döring versuchte seine Äußerungen zu relativieren. In einem Brief an die Mitglieder von Bundesvorstand und Fraktion betonte er, die Äußerungen, Wertungen und Deutungen seien "vollständig aus dem Zusammenhang eines längeren Gesprächs gerissen". Er habe nichts anderes gesagt als in zahlreichen anderen Gesprächen: "Wir haben in der FDP-Führung unterschiedliche Temperamente, Stile und Tonalitäten. Und das ist gerade gut so."
Rösler sei "ein hervorragender Vorsitzender – aber vom Stil her kein Raufbold, sondern in erster Linie Stratege und Motivator", schreibt Döring. Dies bleibe seine Stärke.
Die FDP in Baden-Württemberg trifft sich am Donnerstag zu ihrem Dreikönigsparteitag mit bundespolitischer Prominenz. Bei einer Kundgebung im Stuttgarter Staatstheater wollen schließlich am Freitag Rösler und Döring über die Perspektiven der FDP sprechen.
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