Bundespräsident
Wulff verschweigt Kredit-Affäre in Weihnachtsrede
In seiner Weihnachtsansprache wird Präsident Wulff mit keinem Wort auf die Vorwürfe gegen ihn eingehen. Stattdessen geht es um den Zusammenhalt in Europa.
Bundespräsdent Christian Wulff macht den Zusammenhalt in der Gesellschaft und in Europa zum Zentrum seiner diesjährigen Weihnachtsansprache.
Dies verlautete am Mittwoch nach der Aufzeichnung der Ansprache aus Teilnehmerkreisen. Zu Vorwürfen gegen seine Person wegen eines Privatkredits nahm das Staatsoberhaupt dabei den Angaben zufolge keine Stellung.
An der Aufzeichnung im Schloss Bellevue nahmen etwa 70 Gäste teil. Dazu gehörten Feuerwehrleute, Einwandererfamilien sowie Mitglieder des deutsch-israelischen Jugendwerkes.
Wulff hatte im vergangenen Jahr als erster Bundespräsident die traditionelle Ansprache zu Weihnachten vor Gästen gehalten. Sie wird am Sonntagabend ausgestrahlt.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) hofft in der Affäre weiterhin auf ein klärendes persönliches Wort des Staatsoberhaupts.
"Ich kann Herrn Wulff nur raten, jetzt alles, was irgendwie Anlass zur Kritik bieten könnte, durch eine persönliche öffentliche Erklärung klarzustellen", sagte Beck.
Weil das Amt des Bundespräsidenten so bedeutend und von der Person des Amtsinhabers nicht zu trennen sei, wolle er jetzt "nicht zu den Anklägern oder öffentlichen Kritikern" Wulffs gehören, betonte Beck. "Ich habe immer noch die Hoffnung, dass der Bundespräsident den Knoten durchschlägt und sich das zu eigen macht, was er seinerzeit selbst zu Johannes Rau gesagt hat", fügte Beck hinzu.
Hintergrund ist die sogenannte Flugaffäre des früheren Bundespräsidenten Rau im Jahr 2000. Wulff, damals noch CDU-Ministerpräsident in Niedersachsen, hatte seinerzeit gesagt, er "leide physisch darunter, dass wir keinen unbefangenen Bundespräsidenten haben".
Zu den jüngsten Vorwürfen um die von dem Unternehmer Carsten Maschmeyer bezahlte Zeitungswerbung für ein Interview-Buch Wulffs, das mitten im niedersächsischen Landtagswahlkampf 2007 veröffentlicht wurde, sagte Beck, hier müsse "jeder für sich wissen, was er tut".
Dass man als Politiker in einem solchen Buch seine politischen Ideen vorstelle, sei normal.
Für "problematisch" halte er es allerdings, wenn ein solches Buch dann für Werbezwecke im Wahlkampf genutzt werde. Bei seinen eigenen Buchveröffentlichungen habe er deshalb "immer peinlich genau darauf geachtet, dass sie nicht mit dem Wahlkampf in Zusammenhang gebracht worden sind", unterstrich Beck.
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