Chaos an Hochschulen
Online-Studienzulassung scheitert an alter Software
An fast jeder zweiten Hochschule kann das Einschreiben via Internet nicht eingeführt werden. Zu alt sind die Software-Versionen auf den Rechnern vieler Verwaltungen.
Das neue Hochschulzulassungssystem via Internet für Numerus-clausus-Fächer (NC) wird im nächsten Jahr nur eingeschränkt mit einem Pilotbetrieb starten. Das vollständige Erreichen der "angestrebten Effekte kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt für das Wintersemester 2012/13 nicht gewährleistet werden", heißt es in einer Mitteilung der Stiftung "hochschulstart.de".
Hintergrund sind Probleme mit einer älteren Software-Version, die derzeit noch von den Verwaltungen an rund 150 Hochschulen eingesetzt wird. Das ist nahezu jede zweite Hochschule, die an dem neuen Zulassungssystem für die begehrten NC-Mangelfächer teilnehmen sollte. Der Stiftungsrat mit Vertretern von Bund, Ländern und Hochschulen hatte sich am Vortag zu einer ganztägigen Krisensitzung getroffen.
15 Millionen Euro Kosten
Der Start des aufwändigen Online-Systems, das Doppeleinschreibungen wegen möglicher Mehrfachbewerbungen an verschiedenen Hochschulen ausschließen soll, war mehrfach verschobenen worden – zuletzt im Frühjahr 2011. Für die Entwicklung des Systems hat der Bund 15 Millionen Euro bezahlt.
Seit Jahren gibt es regelmäßig zum Wintersemester Klagen über das Einschreib-Chaos an den Hochschulen. Bis zu 20.000 Studienplätze in Numerus-clausus-Fächern konnten pro Jahr nicht besetzt werden, weil es seit Abbau der Dortmunder ZVS kein bundesweit koordiniertes Bewerbungs- und Nachrückverfahren mehr gibt.
Neues Ziel – 2013
Mit dem "Dialogorientierten Serviceverfahren" sollen die Bewerbungen über eine gemeinsame Web-Plattform koordiniert werden. Nimmt der Bewerber einen Studienplatz an, wird er für andere Hochschulen gesperrt. Für freie Plätze gibt es eine Warteliste. Seinen Rang kann der Bewerber im Internet einsehen.
Mit dem Pilotbetrieb erhielten die teilnehmenden Hochschulen die Möglichkeit, Erfahrungen mit dem System zu sammeln und Know-how aufzubauen, heißt es in der Mitteilung. Zugleich sei es "unabdingbar, weitere Schritte auf dem Weg zum vollumfänglichen Betrieb" des Systems zu unternehmen, "um mittelfristig eine flächendeckende Teilnahme zu realisieren". Dafür wird jetzt das Jahr 2013 angestrebt.
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