Altkanzler
Gerhard Schröder warnt SPD vor Steuererhöhungen
Vor dem SPD-Parteitag warnt der Altkanzler seine Partei vor Steuererhöhungen. Zudem verlangt er von der SPD die Anerkennung seiner Agenda 2010
Altbundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) lehnt die Pläne der SPD für Steuererhöhungen ab. "Die Pläne, die Steuern zu erhöhen, halte ich für ganz falsch", sagte Schröder der "Morgenpost Online".
Zwar betonte Schröder, es gebe auch "keinen Spielraum für Steuersenkungen", doch verteidigte er jene Senkung des Einkommensteuerspitzensatzes, die in Schröders Regierungszeit beschlossen wurde und den die SPD nun auf ihrem Parteitag rückgängig machen will: "Ich finde, wir haben damals eine richtige Steuerpolitik gemacht", sagte Schröder über die Steuerpolitik der von ihm geführten rot-grünen Regierung.
Jene damalige Steuersenkung trage "neben der Agenda 2010 dazu bei, dass Deutschland besser durch die Krise kommt als andere Länder". Zugleich kritisierte Schröder, dass sich seine Partei mittlerweile von der Agenda 2010 in zahlreichen Punkten abgewandt hat.
Schröder will Anerkennung von der Partei für Agenda 2010
Auf einem SPD-Parteitag werde er, so Schröder, nur dann wieder auftreten, "wenn die SPD eingesehen hat, dass sie mit ihrer Ablehnung der Agenda 2010 – was große Teile heute leider immer noch tun – die historische Chance versiebt hat, die erfolgreichste Partei Europas zu werden".
Mit Blick auf die Bundestagswahl 2013 schloss es Schröder aus, dass die SPD noch einmal als kleinerer Partner eine Koalition mit der Union eingehen werde: "Ich glaube nicht, dass meine Partei noch einmal als Juniorpartner einer großen Koalition zur Verfügung stände. Es könnte im Zuge der Krise jedoch eine Situation entstehen, in der man über eine Allparteienregierung nachdenken müsste. Ich hoffe nicht, dass es dazu kommt. Im Augenblick halte ich die Wahrscheinlichkeit, dass es eine rot-grüne Konstellation ohne Piraten und Linke gibt, für 60 zu 40 Prozent."
Rot-Grün könne es aber nur ohne Beteiligung der Partei Die Linke geben: "Wenn diese rot-grüne Konstellation von der Linken abhängig wäre, dann wird es sie nicht geben. Dann käme eine schwarz-grüne Konstellation – zu der ich der CDU dann viel Glück wünsche, denn das wird sie zerreißen."
K-Frage ist im Grunde schon entschieden
In der SPD-Kanzlerkandidatenfrage ist sich Schröder sicher, dass SPD-intern unter den Spitzenpolitikern Peer Steinbrüc k, Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier bereits eine Entscheidung gefallen ist: Er sei "überzeugt, es ist unter den Dreien im Grunde schon entschieden, wer 2013 als Kanzlerkandidat antreten wird".
Auf die Nachfrage der "Morgenpost Online", auf wen die Entscheidung gefallen sei, sagte Schröder: "Ich werde einen Teufel tun, Ihnen das zu verraten."
Das vollständige Interview mit Gerhard Schröder finden Sie am Sonntag, den 4. Dezember in der "Morgenpost Online"
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- Altkanzler: Schröder warnt seine Partei vor Steuererhöhungen
- Altkanzler: Gerhard Schröders Plan für die Rettung Europas
- Altkanzler: Gerhard Schröders Agenda 2012 zur Euro-Rettung
- Merkels Krisenmanagement: Gerhard Schröder mahnt zur Kanzlermehrheit
- Buchvorstellung: Schmidt und Steinbrück auf Kanzler-Tournee
- Möglicher Kanzlerkandidat: Warum ist Steinbrück so laut, so früh, so plump?
-
24.05.2012Urheberrecht: Das Mittelstandsunternehmen BossHoss braucht das...
-
24.05.2012Griechenland-Umfrage: Linksbündnis Syriza überholt Konservative
-
24.05.2012Fluglärm: Tegel-Anwohner zwischen Gelassenheit und Entsetzen
- 1. Drogeriekette Berggruen macht Schlecker-Mitarbeitern Hoffnung
- 2. ifo-Index Griechenland-Krise schickte deutsche Wirtschaft auf Talfahrt
- 3. Schuldenkrise Keine Annäherung zwischen Merkel und Hollande
- 4. Hochzeit in Berlin Bushido und Anna-Maria Lagerblom haben geheiratet
- 5. BER-Desaster Kontroll-Experte bemängelt Kompetenz des Aufsichtsrats














